| Donnerstag, 28. August 2008 |
Zukunftstrends
China gibt 2006 doppelt so viel für Innovationen aus wie Deutschland China wird nach Prognosen der OECD in diesem Jahr doppelt so viel in Forschung und Entwicklung (F&E) investieren wie Deutschland. Das Land wird Japan überholen und nach den USA weltweit zum zweitgrößten Investor in Innovationen aufsteigen. Noch im Jahr 2001 lagen die Volksrepublik und Deutschland bei den F&E-Investitionen gleichauf.
Diese Zahlen veröffentlichte die in Paris ansässige Organisation heute gemeinsam mit ihrem Science, Technology and Industry Outlook 2006.
„Die Wachstumsraten in China sind atemberaubend, sowohl was die Ausgaben als auch die Zahl der Forscher angeht“, sagte Dirk Pilat, Leiter der Abteilung Wissenschaft und Technologie der OECD. „Wenn die OECD-Länder weiter mithalten wollen, müssen ihre Forschungs- und Innovationssysteme effizienter werden und die Länder müssen neue Wege finden, um Innovationen im immer schärfer werdenden globalen Wettbewerb zu stimulieren.“ Nach den gegenwärtigen Trends wird China im Jahr 2006 etwas mehr als 136 Mrd. USDollar für Forschung und Entwicklung ausgeben. Japan wird mit 129 Mrd. US-Dollar etwas darunter liegen. Die USA bleiben mit etwas mehr als 330 Mrd. US-Dollar der größte F&EInvestor.
Deutschland folgt mit gut 63 Mrd. US-Dollar auf dem vierten Platz. Diese Prognose beruht auf der Annahme, dass die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 2005 und 2006 sich so entwickeln wie im Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2004. In China wachsen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung noch schneller, als die ohnehin schon boomende Wirtschaft. So hat der Anteil der F&E-Ausgaben an der Wirtschaftsleistung, also die F&E-Intensität der Ökonomie, zwischen 1995 und 2004 von 0,6 auf über 1,2 Prozent des BIP zugenommen. In der EU dagegen stagnierte die F&E-Intensität im gleichen Zeitraum bei 1,8 Prozent des BIP und das obwohl die EU-Staaten sich mit der Lissabon-Strategie darauf verpflichtet haben, die F&E-Ausgaben auf drei Prozent des BIP zu erhöhen.
In Deutschland lag der Anteil der F&E-Ausgaben am BIP im Jahr 2004 bei 2,5 Prozent und damit etwas über dem OECD-Mittel von 2,3 Prozent. Gegenüber 1995 sind die Ausgaben in Deutschland zudem etwas schneller gestiegen als im OECD-Schnitt. In Schweden, Finnland, Japan und Korea, die zur Spitzengruppe innerhalb der OECD gehören, hat die F&EIntensität der Wirtschaft im gleichen Zeitraum aber weit schneller zugenommen.
Ein Indiz für die Effizienz des Systems ist der im OECD-Vergleich große Anteil der F&E-Ausgaben, der von der Industrie finanziert wird (67 Prozent – OECD-Schnitt 62 Prozent). Nur in Finnland, der Schweiz und Luxemburg liegt dieser Anteil höher. Die F&E-Investitionen der Industrie tragen auch fast ausschließlich die Steigerung der Gesamtaufwendungen. Der Anteil der staatlichen R&D Finanzierung blieb konstant, hat sich im OECD-Mittel leicht nach unten entwickelt. Problematisch bleibt die Versorgung mit Personal für Forschung und Entwicklung. Auch wenn die Absolventenzahlen im OECD-Vergleich in den Natur- und Ingenieurwissenschaften hoch sind, sind sie anders als in den meisten OECD-Ländern rückläufig, sowohl auf dem Niveau von Diplom oder Master wie auf Promotionsniveau.
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