| Freitag, 21. November 2008 |
90 Prozent der Online-Banking-Kunden vertrauen den Sicherheitsvorkehrungen ihrer Bank für Online-Geschäfte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Integral im Auftrag der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) durchgeführt hat.
"Die Bank sorgt dafür, dass die Straße sicher befahrbar ist. Der Kunde muss jedoch darauf achten, dass sein Fahrzeug in Ordnung ist, und die Verkehrsregeln einhalten", so BA-CA-Vorstand Robert Zadrazil, der das Internet-Banking anlässlich der Studienpräsentation mit dem Autofahren vergleicht.
"So billig kann man es sich nicht machen", kritisiert der Datenschutzexperte Hans Zeger. Immerhin sei das Online-Banking ja keine Erfindung der Kunden, sondern würde von den Banken zur Verfügung gestellt. Das bedeute aber auch, dass diese für klare Regeln und Abläufe sorgen und ihre Verantwortung stärker wahrnehmen müssten. Nur so könne der sichere Umgang der Kunden mit Internet-basierten Diensten gewährleistet werden. "Zudem sind die Banken allein dafür verantwortlich, dass die Straßen nach dem aktuellen Stand der Technik gebaut sind und die Straßenverkehrsordnung weniger kompliziert und einheitlicher gestaltet wird als sie jetzt ist", so Zeger in Replik auf den Autofahrer-Vergleich des BA-CA-Vorstandes.
In einer umfassenden Studie zum österreichischen Online-Banking, die Arge Daten im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales und Generationen Ende vergangenen Jahres durchgeführt hatte, hatten die Studienautoren unter anderem die Qualitätsunterschiede der verschiedenen Banken und deren technischen Lösungen kritisiert. Die BA-CA landete mit ihrem System dabei im Mittelfeld.
Zeger versteht nicht, dass die österreichischen Banken bei der technischen Umsetzung auf zehn verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Bedienvorschriften für Kunden zurückgreifen. "Erschüttert sind wir besonders darüber, dass die Banken offenbar auch nicht bereit sind, von einander zu lernen", so Zeger weiter. In Deutschland würde diese Diskussion offener und intensiver geführt. Auch herrsche dort ein größeres Bestreben, zu einem gemeinsamen Standard zu gelangen, meint Zeger. Er führt diesen Umstand auf die Größe des Landes und die potenziell weit größere Zahl von Angriffen und Schadensfällen zurück.
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