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Bis zum Jahr 2011 steigt die Zahl der Krankenhauspatienten in Berlin um 3,4 Prozent. Insbesondere in vielen Bezirken der Hauptstadt, in denen der Krankenhauskonzern Vivantes Standorte betreibt, sind steigende Krankenhaus-Fallzahlen zu erwarten – wie etwa im Osten Berlins.
Vor allem internistische und chirurgische Fälle werden künftig zunehmen. Dies sind Ergebnisse der neuen Bedarfsanalyse der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH, für die unter anderem die Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung eine Grundlage ist. „Vivantes wird seine Strukturund Leistungsplanung noch stärker am Bedarf der Berliner Bevölkerung an medizinischen Leistungen ausrichten“, erläutert Holger Strehlau-Schwoll, Vorsitzender der Vivantes-Geschäftsführung.
Daher sollten die Standorte des größten kommunalen Krankenhauskonzerns in Deutschland gezielt nach dem Bedarf im Einzugsgebiet ausgebaut und umstrukturiert werden. Der Konzern deckt schon heute etwa ein Viertel bis ein Drittel der stationären Gesundheitsversorgung Berlins ab. Was die Analyse auch zeige: Der Vivantes-Konzern liege richtig mit seiner Strategie, medizinische Schwerpunkte an den einzelnen Krankenhausstandorten zu bilden, so Strehlau- Schwoll: „Die Konzentration der Leistungserbringung wird sich fortsetzen – auch weil das eine bessere Versorgungsqualität mit sich bringt.“ Der Netzwerkcharakter von Vivantes sei hierbei ein großer Vorteil, so der Vivantes-Chef.
Vorbild für eine Schwerpunktbildung könne das Zentrum für Brusterkrankungen am Vivantes Klinikum Am Urban sein – nur hier wird Brustkrebs operiert, während die Vor- und Nachsorge auch an anderen Vivantes-Klinika geboten wird. In den nächsten fünf Jahren wird die Zahl der stationären Behandlungen laut der Vivantes- Bedarfsanalyse jedes Jahr um etwa 0,7 Prozent zunehmen. Von 2011 bis 2016 wächst die Fallzahl nicht mehr ganz so stark und liegt nur noch bei plus 0,4 Prozent im Jahr. Die Bedarfsanalyse berücksichtigt sowohl regional unterschiedliche demographische Effekte als auch die spezifische Krankenhaus-Fallhäufigkeit in den Bezirken. Demnach werden die Fälle im Osten und Nordosten der Stadt relativ am stärksten zunehmen. „Davon dürfte Vivantes profitieren, denn hier befindet sich beispielsweise das Vivantes Klinikum Hellersdorf“, betont Strehlau-Schwoll. Schlüsselt man die zu erwartende Fallzunahme nach medizinischen Fachgebieten auf, so liegt die Innere Medizin insgesamt gesehen vorne: Bis 2011 nehmen die Behandlungsfälle um mehr als 6,0 Prozent zu – und dies vor allem in den Haupteinzugsgebieten von Vivantes.
Derzeit werden in Berlin insgesamt rund 200.000 internistische Behandlungen im Jahr vorgenommen. An zweiter Stelle steht mit mehr als 150.000 stationären Eingriffen jährlich die Chirurgie. Die chirurgischen Fälle werden bis 2011 um insgesamt etwa 2,7 Prozent ansteigen. Auch hier liegen die Vivantes-Standorte in Bezirken mit hohem Wachstumspotenzial. Auch die Psychiatrie wird bis 2011 stärker nachgefragt, denn psychiatrische Erkrankungen in der Bevölkerung nehmen voraussichtlich zu. Dies wird jedoch nicht zu mehr stationären Fällen, sondern zu mehr ambulanten Behandlungen führen. Vor allem bipolare Störungen und depressive Erkrankungen werden verstärkt auftreten. Vivantes-Chef Strehlau-Schwoll hebt hervor: „Wir werden eine führende Rolle in der Entwicklung innovativer Behandlungsmethoden und -strukturen in der Psychiatrie einnehmen.“ Vivantes ist schon heute größter Anbieter psychiatrischer Behandlungen in Berlin und behandelt mehr als 50 Prozent aller Fälle. Allerdings ist nicht in allen Fachbereichen mit einer Fallzunahme zu rechnen.
So wird die Zahl der Patienten in der Gynäkologie bis 2011 konstant bleiben. Vivantes geht jedoch für die eigenen Schwerpunkthäuser in diesem Fachgebiet – insbesondere in den Regionen Nord-West und Süd-Ost – von einem leichten Zuwachs von etwa 1,0 Prozent bis 2011 aus. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist bis 2011 in der Geburtsmedizin und der Kinderheilkunde in Berlin ebenfalls ein Rückgang von insgesamt rund 1,0 Prozent zu erwarten. Nicht jedoch in der Region Mitte: Da die Bevölkerung hier relativ jung ist, ist von einem Anstieg der Behandlungen auszugehen – was etwa für das Vivantes Klinikum im Friedrichshain von Bedeutung ist. „Insgesamt ist die Bedarfanalyse auf Basis der Fallprognosen ein wichtiges Instrument für unsere Unternehmensplanung“, fasste Strehlau-Schwoll zusammen. Gemeinsam mit Experten der Berliner Senatsverwaltung und von Hochschulen wolle Vivantes die Bedarfsanalyse künftig weiterentwickeln, so der Krankenhauskonzern-Manager, zumal es in keinem zweiten Bundesland eine vergleichbare Analyse gebe: „Berlin ist mit der Bedarfsanalyse für die Gesundheitsversorgung von Vivantes Vorreiter.“ „Verantwortung für Berlin – eine Bedarfsanalyse“ ist das Kernthema des Vivantes- Geschäftsberichts 2005, der bei der Konzernkommunikation von Vivantes bestellt oder im Internet unter www.vivantes.de heruntergeladen werden kann.
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