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Der neueste UNICEF-Bericht zur Situation der Kinder in Industriestaaten zeichnet ein ernüchterndes Bild von Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Im Vergleich von 21 Industrieländern belegt Deutschland nur Rang elf. „Handlungsbedarf besteht bei uns jedoch nicht nur mit Blick auf ältere Kinder und Jugendliche.
Auch für das frühe Kindesalter werden in Deutschland internationale Standards nicht erreicht", betonte Dr. Michael Abou-Dakn, Erster Vorsitzender der WHO/UNICEF-Initiative Babyfreundliches Krankenhaus.
Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF empfählen sechs Monate ausschließliches Stillen. In Deutschland werde jedoch nur jedes fünfte Baby richtig gestillt, wie eine Studie aus Bayern zeige. Damit falle Deutschland weit hinter die internationalen Empfehlungen zurück. „Die Umsetzung des Konzeptes Babyfreundlicher Krankenhäuser könnte Abhilfe schaffen, denn die positiven Auswirkungen unserer Betreuung auf Stillhäufigkeit und Stilldauer sind vielfach belegt", unterstrich der Chefarzt der Frauenklinik des St. Joseph-Krankenhauses in Berlin. In Deutschland sind von rund 900 Geburtskliniken erst 29 als Babyfreundliches Krankenhaus anerkannt.
Potenzial der „Babyfreundlichen Krankenhäuser" nicht erkannt:
Politik verspielt Chancen
Der Wert Babyfreundlicher Krankenhäuser bemesse sich jedoch nicht allein an der Stillförderung. „Schon unmittelbar nach der Geburt werden entscheidende Weichen für die Entwicklung des Kindes und das Entstehen der Eltern-Kind-Beziehung gelegt", so Dr. Abou-Dakn. Berichte über extreme Formen der Vernachlässigung von Kindern schreckten die Öffentlichkeit immer wieder auf. Viele Eltern fühlten sich mit der Betreuung ihrer Kinder überfordert. Neuere Studien zeigten, dass Babyfreundliche Krankenhäuser die Bindung zwischen Eltern und Kind wirkungsvoll unterstützten.
„Babyfreundliche Betreuungsqualität wird auch in dieser Hinsicht unterschätzt. Unsere Kliniken bereiten junge Eltern auf das Leben mit ihrem Kind vor und sind Ansprechpartner auch nach Entlassung". Leider erhielten die Krankenhäuser mit dieser Auszeichnung keine besondere Unterstützung. „Die deutsche Politik hat das Potenzial der Babyfriendly Hospital Initiative noch nicht erkannt und verspielt wertvolle Chancen für mehr Schutz und bessere Entwicklungschancen für Babys und Kleinkinder", betonte der Chefarzt. Auch eine größere Anzahl „Babyfreundlicher Krankenhäuser" würde Deutschland kinderfreundlicher machen.
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