Donnerstag, 28. August 2008
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Influenzapandemie: vorbereitet sein – ohne in Hysterie zu verfallen!

08.03.2007 Quelle: Olivia Ziriakus   

Weltweit wird vor einer drohenden Influenzapandemie gewarnt. Experten gehen davon aus, dass eine solche Pandemie jederzeit auftreten kann, wobei genauer Zeitpunkt, Subtyp des Erregers und die Schwere nicht vorhergesagt werden können.

Zur Vorbereitung auf eine Influenzapandemie haben inzwischen Bund und Länder einen, auf Mehrfachstrategien basierenden, Nationalen Influenza-Pandemieplan entwickelt. Unter der Verwendung dessen fachlicher Inhalte, erfolgen z.Zt aber auch auf Landes-und Kreisebene Planungen für eine Influenzapandemie. Neben den Kreisverwaltungsbehörden mit ihren Fachabteilungen, die für das Meldewesen, fachliche Aspekte des Seuchenschutzes bis hin zur Anordnung seuchenschutzrechtlicher Schutzmaßnahmen zuständig sind, sind auch die niedergelassenen Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken und die für die öffentliche Ordnung zuständigen Organe einschließlich der Hilforganisationen und Wohlfahrtsverbände wichtige Akteure zur Bewältigung einer Pandemie.

Auf der Gesundheitsministerkonferenz vom 15.12.2005 wurden daher einstimmig alle verantwortlichen Institutionen, insbesondere die Krankenhäuser, Rettungs-und Hilfsdienste, die Ärzteschaft, aber auch Alten-und Pflegeeinrichtungen und sonstige Heimbereiche mit Gemeinschaftsverpflegung aufgeforderte sich mit der Möglichkeit einer Pandemie auseinanderzusetzen, eigene Vorbereitungen und organisatorische Maßnahmen für eine interne Influenzapandemie-Planung zu treffen.

Vor diesem Hintergrund sollen sich alle Verantwortlichen die Frage stellen, ob alles unternommen wird, um Auswirkungen einer möglichen Pandemie auf Bewohner, Mitarbeiter und den Heimbetrieb zu minimieren.

Im Fokus stehen dabei:
- Schutz der Bewohner und Ihrer Angehörigen
- Schutz des Pflegepersonals und deren Familien
- Minimierung des wirtschaftlichen Schadens für das Unternehmen
- Effektives Krisenmanagement während einer evtl. Pandemie
- Sicherstellung der schnellstmöglichen Rückkehr zum Normalbetrieb nach einer Pandemie.

Auch wenn sich eine Pandemie ganz sicher nicht planen lässt - denn der genaue Zeitpunkt und vor allem das Ausmaß einer Pandemie können niemals vorhergesagt werden - so sind in jedem Fall vorbereitende Maßnahmen für die dann zu bewältigenden Aufgaben für alle Akteure unerläßlich. Eine Influenzapandemie stellt eine Bedrohung für die gesamte Bevölkerung dar und ist daher als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Herausforderung anzusehen - die nicht nur Anstrengungen des Gesundheitswesens erfordert.

Interne Notfallplanungen sollten daher mögl. in bereits bestehende Systeme integriert und mit den vorhandenen Strukturen gelöst werden. Eine schnelle Orientierung und ein zeitnahes Vorgehen ermöglichen z.B. Checklisten, denn die Einrichtungen/Institutionen werden mit sehr unterschiedlichen Szenarien konfrontiert: Krankheitsbedingter Personalausfall, erhöhte Krankenversorgung, erhebliche Einschränkungen von Dienstleistungen, Warenverkehr und drohende wirtschaftliche Einbußen.

Nachdem im Verlauf einer Pandemie für einen begrenzten Zeitraum, vor allem während des Höhepunktes ( Pandemische-Phase 3) für etwa 4 Wochen sämtliche Versorgungsstrukturen sehr eingeschränkt sind, bzw. auch vollkommen ausfallen können, sind in der sog. Vorbereitungsphase (Interpandemische Phase 1 ) bereits die Planungen für den Bedarf des Hauses ( z.B. Lebensmittel, Pflegebedarf, Arbeitsschutzbedarf,Energiebedarf, etc.) für den Notfall zu ermitteln:

In den einzelnen Phasen einer Pandemie sind verschiedene Aktivitätspläne zu erstellen:


Zur sog. Vorbereitungsphase (Interpandemische Phase 1) sollte u.a. gehören:


Datensammlung wichtiger Adressen + Tel.-Nr.

Vorbereitung von Informationsmaterial und Merkblätter für die verschiedenen
Informationswege (Internet,Telefonhotline,Telefonansagedienst,E-Mail, Flugblätter etc.)

Alarmierungspläne zu wichtigen Hilfsdiensten
sowie Hilfs-und Katastrophenschutzorganisationen

Krisenstab bestimmen und Teamplan/Bereichsleiter erstellen
inkl. Vertretungsplanung

Funktionspläne zur Aufrechterhaltung des Betriebes

Personal-Dienstpläne mit Ausfallsplanung erstellen

Influenzapandemie-Hygieneplan erstellen

Gefährdungsanalyse Arbeitsschutzausrüstungen für
Personal nach den Regeln und Vorschriften der Unfall-
Versicherungsträger erstellen.


In der sog. Warnphase (Pandemische Phase 2) sind z.B. notwendig:


Aktualisierung bestehender Bereitschafts-und Alarmierungspläne


Interne Organisation mit Betriebsarzt + behandelnden Ärzten

und Erstellung von Impfplänen nach Risikogruppen sowie evtl.

Erstellung von Quarantäne/Absonderungsplänen


Frühzeitige Kommunikation mit Gesundheitsamt,Krankenhäusern

und sonstigen Hilfsdiensten.


Notfall-Bevorratungspläne erstellen und Organisation des

ungehinderten Warenflusses sicherstellen unter besonderen

hygienischen Bedingungen.


Informationsfluss an Bewohner, Angehörige und Besucher bzgl. Veranstaltungs/Besuchsverbote etc..


Anweisungen für Personal bzgl. erhöhter Hygieneregeln und

Inkrafttreten der Influenzapandemie-Hygienepläne.


In der sog. Anwendungsphase (Pandemische Phase 3) die den Ausbruch einer

Pandemie besagt, sollte folgendes berücksichtigt werden:


Tägl. Zusammenkunft/Besprechungen innerhalb des Krisenstabes


Lfd. Informationen an alle Mitarbeiter


Strikte Einhaltung und Umsetzung aller in Phase 1 + 2 beschlossenen

Maßnahmen.


Meldepflicht aller Erkrankungen erfüllen


Quarantäneplan tritt in Kraft


Und in der sog. Rückkehrphase (Postpandemischen Phase 4) gilt dann:


Entwarnung an Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter und Lieferanten


Aufhebung des Quarantänestatus (nach Anweisungen)


Entfernung aller Info`s, Plakate und Anweisungen im Hause


Neuordnung aller Mitarbeiter-Pläne, Dienstpläne etc.


Rückkehr zur Normalität


Die inzwischen von Bund und Ländern erstellten Influenzapandemie-Rahmenpläne bieten sicher für alle Akteure eine gute Grundlage zu Vorbereitungsarbeiten für eine mögliche Influenzapandemie und mit Ermittlung der Aufgabenfelder.

D.h. während das staatliche und kommunalen Gesundheitswesen die eigenen Aufgaben wie z.B. das Infektionsschutzgesetz, Meldewesen, fachliche Aspekte des Seuchenschutzes bis hin zur Anordnung seuchenschutzrechtlicher Schutzmaßnahmen wahrnimmt, bedient und die gesamte Planung koordiniert - sind darüberhinaus aber alle anderen Einrichtungen wie z.B. Krankenhäuser, Rettungsdienste, Ärzte, Apotheken – aber auch Alten-und Pflegeheime und Wohlfahrtseinrichtungen/Verbände als wichtige Akteure zur Bewältigung einer Pandemie aufgefordert - und es ist ganz sicher entschlossenes und gemeinsames Handeln notwendig um solch eine Katastrophe zu bestehen und den bestmöglichen Schutz für die Bevölkerung zu erreichen.


„ Es ist nicht die Frage ob eine Pandemie ausbricht – sondern WANN“

Olivia Ziriakus (ö.b.u.vereid.Sachverständige)

Copyright 2/2007


Anmerkung:

Aufgrund sehr vieler Nachfragen nach Basisunterlagen für einen Influenza-Pandemieplan, haben wir nun in Abstimmung mit einigen Gesundheitsämtern, speziell für Alten-und Pflegeeinrichtungen und sonst. Heimbereiche mit Gemeinschaftsverpflegung einen anwendungsgerechten Influenzapandemie-Notfallplan entwickelt. Auf die jeweilige Einrichtung personalisiert, ist der Notfallplan in jeder Phase sofort anwendbar ! Der Notfallplan enthält neben einem speziellen Influenza-Hygieneplan viele Informationen zu den einzelnen Umsetzungsphasen. Die einzelnen Arbeitsanweisungen,-Formulare und Checklisten sowie ein DIN-A3-Hygieneplan sind in einem praktischen Ringordner abgeheftet, leicht herausnehmbar und können so auf jeden Heimbetrieb mittels einer CD-ROM individualisiert werden.

Jeder weiß sofort WAS - WANN und WIE exakt zu tun ist.

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