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Telekardiologie, Teleradiologie, Telekonsultation, Tele-OP – die Anwendungsbereiche telemedizinischer Konzepte sind vielfältig. Mit Hilfe der Umgestaltung medizinischer Dienstleistungsprozesse durch Telematik soll Versorgung effizienter gestaltet und auch qualitativ verbessert werden.
Der Aufbau der Telematik-Rahmenarchitektur für das Land NRW ist die Grundlage für die erfolgreiche Einführung gesundheitstelematischer Anwendungen und Services – hier ist die ZTG GmbH federführend aktiv. Greifbar werden solche Innovationen im Gesundheitswesen vor allem in Form telemedizinischer Anwendungen, die den höchsten konkreten Nutzen für Ärzte und Patienten erwarten lassen.
Hier ergreift das Kompetenzzentrum nun zusammen mit den Technologieunternehmen VISUS und ITZ Medicom aus der Region die Initiative, um den Zugang zur Telemedizin für Ärzte und Patienten in NRW massiv zu erleichtern. Das Projekt wird von der Landesregierung NRW und der EU gefördert (Förderkennzeichen: 005-0608-0011).
Die ZTG GmbH als Kompetenzzentrum für Pflege- und Gesundheitstelematik entwickelt jetzt zur Unterstützung der Verbreitung von Telemedizin eine internetgestützte Diensteplattform, die auf zwei Säulen basiert:
Die erste Säule zielt darauf die dringendsten Anwendungen für die ärztliche Kommunikation als leicht zugängliche Webservices (Arztbrief, Befunddatentransfer) anzubieten. Hier ist die ZTG GmbH mit den mehrfach ausgezeichneten innovativen Technologieanbietern ITZ Medicom GmbH & Co KG (Willich) und VISUS Technology Transfer GmbH (Bochum) eine Kooperation eingegangen, die diese Lösungen entwickeln. Die Rolle von ITZ besteht darin, eine Komponente zur automatischen Strukturierung medizinischer Dokumente innerhalb der Telematikdiensteplattform und einen Workflowdienst für die Integrierte Versorgung zu entwickeln. VISUS hingegen stellt Telematikanwendungsdienste auf dem Gebiet der Bildkommunikation und -verarbeitung im Rahmen der Arzt/Arzt-Beziehung sowie der Arzt/Patienten-Beziehung als Portallösung bereit.
Um die Dienstepalette der internetgestützten Telemedizinplattform in möglichst kurzer Zeit entscheidend ausbauen zu können, ist das Angebot selbstverständlich offen konzipiert und insgesamt auf Interoperabilität ausgerichtet. Die gemeinsam nutzbare Plattform soll die noch bei zahlreichen Pilotprojekten vorherrschende Tendenz zu lokalen Insellösungen stoppen und die Anpassungs- und Nutzungskosten beim Aufbau telemedizinischer Dienste entscheidend und nachhaltig verringern. Vor diesem Hintergrund ist ein Förderwettbewerb für Technologieunternehmen geplant, dessen Bedingungen von der auf diesem Gebiet erfahrenen LifeTecRuhr e.V. aktuell erarbeitet werden.
Die zweite Säule basiert auf dem so genannten „Telemedizin-Finder“, einem Online-Angebot mit attraktiven Inhalten und Services rund um Möglichkeiten und Angebote telemedizinischer Versorgung für Patienten und Ärzte. Ein hoher Nutzen soll insbesondere für die Menschen in NRW geschaffen werden, die über die internetgestützte Plattform Informationen über telemedizinische Behandlungsmöglichkeiten, deren Inanspruchnahme und Vorteile im Vergleich zu klassischer Versorgung finden können. So soll der Aufbau der Plattform gegenwärtig vorherrschende Zugangsbarrieren zur Telemedizin wirksam bekämpfen.
Der Clou daran: Für NRW bildet die ZTG GmbH auf der neuen Plattform eine vollständige informationelle Kette - von der Erkrankung bis hin zum telemedizinischen Versorgungsangebot. Vorgesehen ist die Verknüpfung mit Gesundheit.nrw, dem Landesgesundheitsportal von Nordrhein-Westfalen, und den dort vorhandenen innovativen Suchmöglichkeiten.
Alle telemedizinischen Versorger sind deshalb jetzt schon aufgefordert, der ZTG GmbH ihre telemedizinischen Versorgungsangebote darzustellen. Hierzu bietet die ZTG ein Formular auf ihrer Website an, über das Stammdaten (Krankenhaus, verantwortlicher Arzt, Indikation, eingesetztes Verfahren, Vorhandensein eines IV-Vertrags, Ansprechpartner sowie kooperierende Krankenkassen) aufgenommen werden. Auch können Bedarfe für weitere telemedizinische Webservices und Informationsangebote geäußert werden.
Momentan wird auch ein Geschäftsmodell für diese Plattform entwickelt. Ziel ist, dass die Informationsangebote kostenfrei sind. Die Betriebskosten werden lediglich als Selbstkosten in Ansatz gebracht. Darüber hinaus ist aktuell daran gedacht, über nutzungsabhängige Entgelte einen attraktiven Zugang zu den Telematik-Anwendungsdiensten zu schaffen.
Die Funktionalität der Dienste soll daher im Sinne einer Machbarkeitsstudie bereits im Laufe des Projekts für alle Interessenten zur Erprobung bereitgestellt werden.
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