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Das ARD-Magazin „Plusminus“ konnte in indischen Lebensmittelläden Ayurvedaprodukte mit teilweise extrem hohen Belastungen an Arsen und Quecksilber nachweisen. Dabei überschritten sechs von zehn Präparaten die zulässigen Höchstmengen.
Zur Beurteilung der Proben diente die von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegte maximale duldbare wöchentliche Aufnahmemenge von Arsen. Diese entspricht einen Arsenhöchstgehalt von etwa 0,1 Milligramm je Kilogramm untersuchten Produkt. Einige Präparate blieben unter der geforderten Menge von < 0,1 Milligramm/Kilogramm, andere überschritten mit 2.800 Milligramm Arsen pro Kilogramm und 7.100 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm den Höchstgehalt um ein Vielfaches.
Ayurveda bedeutet "das Wissen vom Leben" und ist eine Jahrtausende alte indische Heilslehre. Zur ayurvedischen Heilkunde gehört auch eine spezielle Ernährungslehre. Die in den Nahrungsergänzungsmitteln gefundenen Werte von Arsen und Quecksilber waren so hoch, dass davon auszugehen ist, dass diese Stoffe bewusst zugeführt waren. Ein Teil der ayurvedischen Philosophie ist, dass unter Umständen auch als toxisch eingestufte Schwermetalle eine heilende Wirkung aufzeigen könnten.
Das Halbmetall Arsen kann bei einer zu hohen Aufnahme zu Nerven– und Gefäßschädigungen, Hyperpigmentierung der Haut bis hin zu Krebserkrankungen führen. Das giftige Schwermetall Quecksilber kann je nach Aufnahme sowohl eine akute als auch eine chronische Vergiftung auslösen. Quecksilber wird als schweres Nerven- und Immungift eingestuft. Es besitzt eine hohe Affinität zu Schwefel, der im Körper vor allem in den Eiweißen von Nervenzellen und in vielen lebenswichtigen Enzymen vorkommt. Dort lagert sich das Schwermetall an, blockiert Enzyme und legt Stoffwechselvorgänge lahm.
Die untersuchten Produkte entsprechen häufig nicht den deutschen Herstellungsstandards oder Reinheitsgeboten. Eine strengere Untersuchung durch die Arzneimittelkontrolle ist gefordert. Jedoch erschweren die Fülle an Präparaten sowie Lebensmittelläden die Kontrollen. Nur auf Hinweis oder Beschwerden kann die Behörde aktiv eingreifen – eine automatische Untersuchung oder Kontrolle gibt es jedoch nicht. Daher sind Ayurvedaprodukte unbekannter Herkunft aus dem Internet beziehungsweise Ausland nur mit Vorsicht genießen. Diesen Beitrag diskutieren... (0 Beiträge)
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