Samstag, 20. März 2010
 

Die Bedeutung von BRCA-Mutationen für die genomische Stabilität nach Mammographiestrahlung

03.04.2007 Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung   

Das Mammakarzinom macht ein Viertel aller Krebsfälle bei Frauen aus und ist somit die weitverbreitetste Krebsart bei Frauen überhaupt. Etwa 5 - 10% aller Brustkrebsfälle sind auf vererbbare Mutationen in einem der beiden Gene BRCA1 oder BRCA2 zurückzuführen.

BRCA-Gene spielen unter Anderem eine Rolle bei der Erhaltung der genomischen Stabilität und bei der fehlerfreien Reparatur von DNA-Doppelstrangbrüchen (DSBs), wie sie z.B. durch ionisierende Strahlung induziert werden. Im Zuge der Früherkennung wird für Brustkrebs prädisponierten Personen angeraten, sich bereits in jungen Jahren (5 Jahre vor Eintritt des frühesten Brustkrebsfalles in der Familie) und regelmäßig (ein- bis zweimal jährlich) mammographieren zu lassen.

In einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt möchte das Forscherteam um Dr. Marlis Frankenberg-Schwager (Universität Göttingen) und Prof. Markus Löbrich (Universität des Saarlandes) untersuchen, ob nach Bestrahlung von Zellen von Trägerinnen eine höhere genomische Instabilität vorliegt als bei Wildtypzellen, wodurch die Grundlage für die Entstehung von Krebszellen geschaffen wird. Die Entartung von Zellen und damit die Tumorentstehung sind gekennzeichnet von Veränderungen des Genoms. Dabei steht die Fehlfunktion von Genen, welche den Zellzyklus regulieren und bei der Behebung von DNA-Schäden benötigt werden in direktem Zusammenhang mit der Entstehung von Krebs.

Da von den meisten Genen im menschlichen Genom zwei funktionelle Versionen vorliegen, kann beim Verlust einer Kopie das zweite Gen die notwendigen Funktionen meist vollständig übernehmen. Alle Zellen einer für Brustkrebs prädisponierten Frau sind BRCA heterozygot (BRCA+/-). Die häufigsten vererbten BRCA-Mutationen resultieren in verkürzten BRCA-Proteinen. Diese sind nicht oder nur eingeschränkt zur Komplexbildung mit anderen Proteinen fähig. In diesem Fall werden vorwiegend funktionsfähige Komplexe entstehen, da nur das Wildtypprotein Komplexbindungen eingehen kann.


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