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"Strukturbrüche in der Arbeitsorganisation" erschweren die Arbeit in der Klinik. Die Arbeitspsychologin, Professorin Dr. Karin Rausch (FH Osnabrück), analysierte in einer Studie in drei untersuchten Kliniken die Komponenten:
- Die Beziehungen und Abschottungen zwischen Medizin und Pflege sind konfliktträchtig.
- Ärzte leisten häufig kein angemessenes Zeitmanagement.
- NachwuchsmedizinerInnen werden überwiegend stationsfern ausgebildet und in der Praxis kaum eingearbeitet.
Die Arbeitspsychologin registrierte in drei untersuchten Kliniken:
"Innerhalb der Pflege fanden wir eine deutliche Abgrenzungsstrategie gegen die Übernahme delegierter ärztlicher Tätigkeiten - und zwischen den Berufsgruppen in erheblichem Umfang umstrittene Zuständigkeiten...
Ein isoliertes Zeitmanagement beider Berufsgruppen verhinderte eine integrative Planung gemeinsamer Arbeitsprozesse - bei fehlendem Wissen über die Handlungslogiken der Interaktionspartner.
Unklare bzw. doppelte Unterstellung von Pflegekräften unter pflegerische Dienstvorgesetzte und ärztliche Anweiser ohne Dienstvorgesetzten-Funktion ließ viel Spielraum für Missverständnisse.
Informelle personen- und berufsgruppenabhängige Regelungssysteme der stationären Abläufe dominierten und sorgten für weitere Intransparenz. Die erheblichen Konflikte wurden nicht miteinander thematisiert. Erfahrungen mit erfolgreichen Konfliktregulierungen für die vielfältigen Reibungsverluste fehlten."
Innerhalb der Berufsgruppen "werden fachlogische Selbstverständnisse und Kulturen gepflegt - mit einer Tendenz, sich nach innen zu orientieren."
Daraus ergeben sich Störungen der Arbeitsabläufe; Konflikte werden jedoch meist nicht den Strukturen angelastet, sondern speziellen Personen. Beteiligte tendieren dann dazu, solche Personalisierungen zu verfestigen" und damit Problemlösungen zu behindern.
Andererseits, registriert Rausch, "werden befriedigende und gelingende Arbeitsabläufe in der Regel nicht als modellhaft erkannt und organisatorisch bestätigt." Die Wissenschaftlerin moniert, es fehle ein "systematisches Belohnungs- und Bestrafungssystem mit den erforderlichen Verstärkern für erwünschtes Verhalten bzw. zur negativen Sanktionierung dysfunktionalen Verhaltens; d.h. erwünschte Lernprozesse werden nicht gefördert."
Die Pflege hat während der letzten Jahre ihre Arbeitsbereiche immer besser geplant und damit transparent gemacht; hingegen "lassen Krankenhausärzte im Wesentlichen die Bereitschaft vermissen, ihr spontanes Handeln durch Planung und Organisation berechenbar zu machen. Die resultierenden Kooperationsdefizite müssen durch informelle Informationsleistungen der - meist pflegerischen Mitarbeiter - ... ausgeglichen werden."
Dies verstärkt die Belastung und Unzufriedenheit bei Pflegenden, zumal Ärzte meist Organisationsleistungen der Pflege geringschätzig bewerten.
"Im Ergebnis finden wir tendenziell eine permanente Überforderung aller, die im Laufe der Zeit als aufgabenimmanent wahrgenommen wird, obwohl sie zum großen Teil den Organisationsdefiziten entstammt, also vermeidbar wäre."
Diese Situation bedeutet "für betroffene Arbeitskräfte die Absorbierung von Energien, eine Minderung der Arbeitszufriedenheit, eine Dämpfung der Motivation und Leistungsfähigkeit. In der Folge kann auch das Risiko von Fehlleistungen steigen."
Als weitere Folgen nennt Rausch "längere Liegezeiten, verzögerte Genesung, erhöhte Komplikationsraten, Behandlungsfehler." Bei Patientenurteilen registrierte die Wissenschaftlerin: lange Wartezeiten für Operationen, Absetzen vorbereiteter Operationen, verzögerte Untersuchungen und Befundmitteilungen, unklare Entlassungstermine, mangelnder Informationsfluss, "geringe zeitliche Präsenz und emotionale Verfügbarkeit" der Behandelnden.
Die Überwindung der konfliktreichen Strukturen würde erhebliche Ressourcen freisetzen. "Die Zusammenführung der verschiedenen Beteiligten zu einem am Ergebnis orientierten kooperativen Arbeitsprozess bedarf eines verantwortlichen Prozessmanagements und einer radikalen Umstrukturierung." Günstiger Nebeneffekt: Die Kosten lassen sich bei steigender Ergebnisqualität reduzieren.
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