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Als billig und reißerisch überzogen charakterisiert der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Dr. Ulrich Thamer, den wiederholten „Skandalbericht“ des ARD-Magazins Plusminus, Frauenärztinnen und -ärzte kassierten bei Vorsorgeuntersuchungen zu Unrecht die Praxisgebühr.
„Das Insistieren auf dem Grundsatz, dass die Vorsorge ohne Praxisgebühr erledigt werden muss, nützt ja nichts, wenn die reine Vorsorge die Ausnahme ist“, schildert Dr. Thamer den Alltag in der Arztpraxis. In der Regel gingen die Bedürfnisse und die Behandlung der Frauen über die reine Vorsorge hinaus. Auch andere Arztgruppen wie z.B. die Urologen berichteten, dass die Vorsorge fast immer auch mit anderen Gesundheitsproblemen verbunden sei und die Patienten das Bedürfnis nach umfassender Beratung hätten. „Das aber“, so Dr. Thamer, „führt völlig zu Recht zu einer anderen Abrechnung und zum Einzug der Kassengebühr.“
Da das von Ärztinnen und Ärzten laut Plusminus begangene „Unrecht“ schon deswegen lächerlich ist, weil die 10 Euro eine Kassengebühr sind und von den Medizinern nur im Auftrag und ohne eigene Vorteil eingezogen werden, muss ein weiterer Vorwurf her: die Falschabrechnung. Ohne jeden konkreten Nachweis behauptet das Politmagazin, die Frauenärztinnen und -ärzte würden jedes Mal 50 Prozent zu viel abrechnen. „Auch hier gehören die Tatsachen einmal gerade gerückt“, findet der westfälische Vorsitzende der niedergelassenen Ärzte. Erstens würden die Abrechnungen aller Ärztinnen und Ärzte auf Korrektheit kontrolliert, zweitens würden die Ärzte bei gedeckeltem Budgettopf zur Zeit ohnehin 30 Prozent ihrer Leistungen überhaupt nicht bezahlt bekommen. Und drittens liege der durchschnittliche Umsatz pro Patientin für Frauenärzte im Westfalen bei 36 Euro - brutto und im Quartal. „Sich unrechtmäßig zu bereichern fällt unter diesen Bedingungen schon schwer“, ist Dr. Thamers Bilanz des angeblichen „Unrechts“.
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