Dienstag, 07. Oktober 2008
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Schüchternheit - Soziale Phobie

16.05.2007 Quelle: Barbara Gasteiger   

Aufgrund eigener Erfahrungen mit dem Thema "Schüchternheit" hat sich das Schüchternheits-Training entwickelt. Über das Thema "Schüchternheit" kann ich ein Lied singen. Schon als Kind war ich extrem schüchtern, besonders schlimm wurde es in der Schulzeit. Ich saß immer in der letzten Reihe, meldete mich im Unterricht nie zu Wort, obwohl ich die Antworten oft wusste und hoffte inständig, dass mich kein Lehrer etwas fragte. Warum? Nun, es war mir ein Gräuel, wenn sich die Aufmerksamkeit plötzlich auf mich richtete, während andere es genossen im Mittelpunkt zu stehen, wünschte ich mir die Erde möge sich auftun, damit ich darin versinken konnte.

In solchen Situationen schlug mir das Herz bis zum Hals und mir schossen 1000 Gedanken durch den Kopf, die sich vornehmlich darum drehten, was die anderen wohl von mir denken könnten und ich hatte eine Riesenangst mich zu blamieren oder lächerlich zu machen. Damals dachte ich noch, das würde sich legen, wenn ich erwachsen bin. Leider war dem nicht so und so schlug ich mich auch weiterhin mit dem Problem „ krankhafte Schüchternheit“ herum, hielt mich stets im Hintergrund, gab nur etwas von mir, wenn ich direkt gefragt wurde und verhielt mich ansonsten stets still und unauffällig.

Natürlich litt ich auch unter diesem Zustand, ich wollte mehr aus mir herausgehen, konnte es aber nicht, es war als ob ich ständig gegen eine unsichtbare Wand lief. Ich war verzweifelt auf der Suche nach Unterstützung durch Literatur, Seminaren und dergleichen, konnte aber nichts finden, das speziell auf dieses Thema zugeschnitten war. Und so begann ich mich wohl oder übel auf eigene Faust mit diesem Thema zu beschäftigen, für mich selbst ein Programm zurechtzulegen, meinen Selbstwert zu stärken und meine Unsicherheit zu überwinden. Dies war ein Prozess von vielen Jahren, denn damals standen mir noch nicht mein Wissen und meine Werkzeuge von heute zur Verfügung, deshalb erfolgte die Wandlung in kleinen Schritten, aber sie vollzog sich allmählich.

Erst vor kurzem entdeckte ich, dass diese extreme, krankhafte Schüchternheit sogar einen Namen hat, „soziale Angst bzw. Phobie“ heißt sie. Und es leiden viel mehr Menschen daran, als man meinen möchte. Auch ich glaubte lange, dass ich alleine mit diesem Problem dastehe, dem ist aber nicht so. Es ist eigenartig, dass mir bis dato noch niemand begegnet ist, der mit Menschen, die extrem schüchtern und unsicher sind, arbeitet, bzw. kenne ich auch niemanden, der Seminare bzw. Workshops speziell zu diesem Thema anbietet, deshalb möchte ich dieses Thema aufgreifen, da ich ja aus eigener, leidvoller Erfahrung weiß, wie sich das anfühlt.

Was ist „soziale Angst“ bzw. „soziale Phobie“?:

Es sind irrationale Ängste und Unsicherheiten im sozialen Umgang. Sie treten stets bei Handlungen, die von anderen beobachtet und möglicherweise sogar kritisiert werden könnten, auf. So sind Ängste vor öffentlichen Auftritten, oder Prüfungen durchaus normal, bei Menschen mit sozialer Phobie lösen aber schon Alltagssituationen wie Einladungen, Partys, Freunde, Fremde, Vertreter des anderen Geschlechts usw. Angst aus. Panik davor, in Gegenwart von anderen Menschen (Beobachtern) das Wort ergreifen, schreiben, telefonieren, essen, trinken, etc. zu müssen.

In solchen Situationen kann es zu körperlichen Reaktionen kommen wie Erröten, Herzklopfen, Zittern, trockener Mund, Schwitzen, Übelkeit, usw. Aber auch folgende Gedanken und Gefühle schleichen sich in so einer Situation gerne ein: „niemand mag mich“, „ich bin langweilig“, „ich bin fehl am Platz“, „ich rede nur Unsinn“, „ich bin zu ruhig“, „wie sehe ich aus“, „die anderen beobachten mich“, „niemand ist daran interessiert was ich zu sagen habe“, uvm. Da solche Situationen extrem belastend sind, beginnen die Betroffenen sie allmählich zu vermeiden, was in der Folge zu sozialem Rückzug und Isolation führt. Hier beginnt ein wahrer Teufelskreis, der aber – und das ist die gute Nachricht – überwunden werden kann.

Schüchternheits-Training:

Das Schüchternheits-Training hat sich im Laufe der Zeit aufgrund eigener Erfahrungen und Erlebnisse entwickelt und es ist mir ein Anliegen, Menschen, denen es ähnlich geht zu unterstützen. Hauptziel ist es, sich mit seiner sozialen Angst auszusöhnen, sie anzunehmen und loszulassen. Mit dem Teil, der sich ständig von anderen beobachtet fühlt und sich davor fürchtet kritisiert, ausgeschlossen, oder ausgelacht zu werden, Frieden zu schließen. Sich ganz einfach selbst in seinem So-Sein anzunehmen! Mehr darüber unter Energie Balance Graz www.energiebalance.dreipage.de

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