| Sonntag, 07. September 2008 |
115 geladene Gäste hielten bei der Abendveranstaltung von Linde Gas Therapeutics im Rahmen des Deutschen Anästhesiecongresses 2007 im Hotel Vier Jahreszeiten buchstäblich den Atem an, als der Apnoetaucher Tom Sietas unter medizinischer Überwachung in einem Wassertank abtauchte.
16 Minuten und 14 Sekunden später hatte er einen inoffiziellen Weltrekord im Tauchen mit Präoxygenierung aufgestellt – ein neuer Nachweis, dass die präventive Gabe von 100-prozentigem Sauerstoff den Überlebensspielraum bei Atemstillstand erheblich verlängert. Sietas´ Bestleistung mit normaler Atemluft liegt bei 9 Minuten und 8 Sekunden.
Der spektakuläre Versuch stand unter der Aufsicht und wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Rolf Zander und Prof. Jörg Weimann. Prof. Weimann ist als Hochschullehrer an der Klinik für Anästhesiologie des VU Medical Center, Amsterdam tätig. Prof. Zander war bis März 2007 als Leiter einer Arbeitsgruppe am Institut für Physiologie und Pathophysiologie der Universität Mainz beschäftigt. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher Publikationen zum Thema Sauerstoff. Sietas hatte im Vorfeld des Versuches die Sauerstoffreserven in seiner Lunge mit reinem medizinischem Sauerstoff aufgefüllt. „Damit wäre angesichts des weit überdurch-schnittlichen Lungenvolumens dieses Sportlers theoretisch sogar ein 40-minütiger Tauchgang möglich“, so die Einschätzung von Prof. Zander.
Jenseits des willentlichen Atemstillstands beim Apnoe-Tauchen verringert die Anwendung von reinem Sauerstoffs viele Risiken im klinischen Alltag und der Notfallmedizin. „Die Präoxygenierung birgt keinerlei Risiken und bedeutet eine immense zusätzliche Sicherheit für jeden Patienten. In der Notfallmedizin ist die Hyperoxie ein unbedingtes „Muss“, weil ein Patient selbst im Atemstillstand keinen Sauerstoffmangel erleiden darf“, erklärte Prof. Zander dem Publikum.
Neben der Anwendung des reinen Sauerstoffs in der Anästhesie ist die Zugabe von reinem Sauerstoff auch bei zahlreichen anderen Behandlungen von großem Vorteil, so zum Beispiel bei der Geburtshilfe oder der Verabreichung von Transfusionen.
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