| Samstag, 22. November 2008 |
NRW-weit erstes Tomotherapiegerät - Strahlentherapie auf höchstem Niveau. Die Modernisierung der Uni-Klinik für Strahlentherapie ist abgeschlossen: Das NRW-weit erste Tomotherapiegerät, ein Therapiesimulator und zwei neue Hochleistungsbeschleuniger nehmen jetzt dort ihren Betrieb auf.
"Mit den neuen Strukturen können wir unsere Patienten auch künftig extrem effektiv und gleichzeitig schonend behandeln", erläutert der Kaufmännische Direktor des Universitätsklinikums Essen Reinhold Keil bei der Einweihung. Die Baukosten für die Modernisierung betrugen rund vier, die Gerätekosten insgesamt sieben Mio. €. Land und Bund übernahmen je die Hälfte der Finanzierung.
Neue Chancen eröffnen sich zudem für die Patienten der Klinik durch die "intensitätsmodulierte" und die "bildgeführte" Strahlentherapie. Hierbei kann der Tumor genauer bestrahlt werden. "Bei der Strahlenbehandlung muss Gewebe, das den Tumor umgibt, bestmöglich geschont werden", erklärt der Direktor der Klinik für Strahlentherapie Prof. Dr. Martin Stuschke die Problematik der Strahlentherapie. Erschwerend kommt häufig hinzu, dass zwischen Tumor und den angrenzenden empfindlichen Organen wie beispielsweise dem Rückenmark, Gehirn oder den Augen nur wenige Millimeter liegen.
Bildgeführte Strahlentherapie: Den Tumor präzise treffen
Mit Hilfe bildgebender Komponenten können die Mediziner jetzt den Tumor unmittelbar vor und während der Strahlentherapie verfolgen und damit jeden Patienten noch präziser bestrahlen. "Direkt vor der Bestrahlung können wir jetzt auf dem Behandlungstisch ein Computertomogramm des Patienten anfertigen, das uns millimetergenau die Lage des Tumors zeigt", erklärt Oberarzt Dr. Christoph Pöttgen. Bei der Qualitätssicherung unterstützt die Essener Mediziner dann ein neuer digitaler Therapiesimulator. Dieser erfasst das von den Strahlenfeldern erfasste Körpervolumen dreidimensional, durchleuchtet und überprüft es.