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Mit insgesamt 100 Behandlungsplätzen ist die Hartmut-Spittler-Fachklinik die größte Entwöhnungseinrichtung für Alkoholkranke und Medikamentenabhängige in Berlin. Am 13.06.2007 haben Vertreter vom Berliner Senat, von Suchthilfeverbänden und Vivantes die Reha-Klinik eingeweiht.
„Es gibt keine so große medizinische Rehabilitation in Berlin, die Suchtkranken nach einem Entzug hilft, in ihren Alltag zurückzufinden und wieder erwerbsfähig zu werden“, betonte Joachim Bovelet, Vorsitzender der Geschäftsführung von Vivantes. Bovelet wies darauf hin, dass die Vivantes-Ärzte bereits jahrelang in diesem Bereich therapieren. Die Drogenbeauftragte des Berliner Senats, Christine Köhler-Azara erklärte: „Angesichts der Tatsache, dass wir in Berlin etwa 200.000 bis 250.000 Alkoholmissbraucher und Alkoholabhängige haben, brauchen wir sowohl stationäre als auch ambulante Entwöhnungsbehandlung von hoher fachlicher Qualität.“
Die Therapieplätze der neuen Hartmut-Spittler-Fachklinik waren zuvor an den Krankenhausstandorten in Hellersdorf und Spandau angesiedelt, wo sie früher zu den Psychiatrischen Kliniken gehörten. Für die Zusammenlegung wurden Räumlichkeiten am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum für 3,0 Millionen Euro umgebaut und renoviert. Mit dem Umzug wurde die Entwöhnungstherapie vergrößert: Elf zusätzliche Plätze für die ganztägig ambulante Behandlung von alkohol- oder medikamentenabhängigen Erwachsenen wurden eingerichtet; nun gibt es 75 stationäre und 25 ganztägig ambulante Plätze für die medizinische Rehabilitation. Die Entwöhnungstherapien werden weitgehend als Rehabilitationsleistungen von der Rentenversicherung getragen. Wem die rentenversicherungsrechtlichen Voraussetzungen fehlen, dem finanziert die gesetzliche Krankenkasse im Bedarfsfall eine Rehabilitation.
Voraussetzung für den Behandlungsbeginn an der Hartmut-Spittler-Fachklinik ist die Bereitschaft zur Abstinenz – die Patienten haben in der Regel einen klinischen Entzug hinter sich. Die Therapie erstellen die Ärzte individuell für den Patienten: Nach einem psychotherapeutisch-sozialmedizinischen Therapiekonzept umfasst die Rehabilitation Psychotherapie in Einzel- und Gruppengesprächen, Ergotherapie, Bewegungstherapie, Gesundheitsinformation, ein Rückfallpräventionstraining, einen PC-Kurs und andere Therapien nach individueller Indikation. Ein mehrwöchiges Arbeitspraktikum kann der erste Schritt zu einer späteren Integration und Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess sein. Zu den Berliner Betrieben, bei denen Patienten ein Praktikum machen können, gehören unter anderem eine Schlosserei, eine Hausverwaltung, eine Gärtnerei, eine Senioreneinrichtung, ein großer Baumarkt sowie ein klinikeigener Logistik- und Handwerksbetrieb.
Zum Rehabilitationsteam gehören neben Ärzten und Pflegekräften auch Psychologen, Sozialpädagogen, Bewegungstherapeuten, Ergotherapeuten sowie Diätassistenten. Ziel der Therapeuten ist es, dass Patienten nach der zwölf- bis 16-wöchigen Behandlung wieder arbeiten und gesund sind.
Im Rahmen der Einweihung wurde Dr. Andreas Dieckmann (58) offiziell zum Chefarzt ernannt. Der langjährige Chefarzt Dr. Uwe Büchner (63) tritt in den aktiven Ruhestand, von dem aus er weiterhin die Leitung der Suchttherapeutenausbildung im Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe behalten wird.
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