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In der EU verdienen Frauen im Durchschnitt 15 Prozent weniger als Männer. Damit hat sich das Lohngefälle im letzten Jahrzehnt kaum verändert. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Kommission hervor, der aufzeigen will, wie dieses Gefälle überwunden werden kann.
Betrachtet wird der Unterschied im durchschnittlichen Stundenlohn vor Steuern für Männer und für Frauen in sämtlichen Wirtschaftszweigen. Dieser Lohnunterschied ist Ausdruck fortlaufender Diskriminierung.
Der europäische Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit, Vladimír Špidla, bezeichnete die Ungleichbezahlung als absurd: „Mädchen erreichen in der Schule bessere Ergebnisse als Jungen, und Frauen haben beim Eintritt in den Arbeitsmarkt häufiger einen Hochschulabschluss als Männer", sagte er. Die Ursachen für die niedrigere Entlohnung seien aber vielgestaltig: So leisteten Frauen in größerem Umfang unbezahlte Arbeit, arbeiteten häufiger auf Teilzeitstellen und oft auch in Bereichen, die auf der Lohnskala ein niedrigeres Niveau einnähmen. Spidla sagte, das Gefälle könne nur überwunden werden, "wenn Männer und Frauen, NRO, Sozialpartner und Regierungen alle gemeinsam das Problem auf allen Ebenen angehen.“
Die Kommission plädiert in ihrer Mitteilung dafür, die bestehenden Rechtsvorschriften sinnvoller anzuwenden, die Bekämpfung des Lohngefälles zum Bestandteil beschäftigungspolitischer Maßnahmen in den Mitgliedstaaten zu machen, die Unternehmer auf ihre soziale Verantwortung anzusprechen und bewährte Verfahren EU-weit auszutauschen.
Als eine der Hauptursachen für ungleiche Bezahlung nennt der Kommissionsbericht die Art und Weise, wie die Kompetenzen von Frauen im Vergleich zu denen von Männern bewertet werden. So werden Aufgaben, für die vergleichbare Qualifikationen oder Erfahrungen erforderlich sind, im Allgemeinen schlechter bezahlt, wenn die entsprechenden Arbeitsplätze überwiegend von Frauen besetzt sind. Zum Beispiel erhalten in einigen Ländern Kindergärtner weniger Lohn als Kraftfahrzeugmechaniker, Supermarktkassiererinnen weniger als Lagerarbeiter und Krankenschwestern weniger als Polizisten.
Ein weiterer Grund für das Lohngefälle ist, dass die Karriere von Frauen langsamer verläuft und daher der Verdienst geringer ist als bei Männern. Die Unterschiede verstärken sich mit zunehmendem Alter, besserer Ausbildung und längerer Betriebszugehörigkeit: In der Altersgruppe der 50-59-Jährigen beträgt die Differenz über 30 Prozent, im Vergleich zu sieben Prozent bei Menschen unter dreißig. Der Lohnunterschied liegt bei Personen mit Hochschulbildung bei über 30 Prozent und bei solchen mit einer Ausbildung auf der unteren Sekundarstufe bei 13 Prozent. Männliche und weibliche Arbeitnehmer mit einer Betriebszugehörigkeit von mehr als 30 Jahren erhalten Löhne, die bis zu 32 Prozent auseinanderklaffen.
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Zur Mitteilung der Kommission gelangen Sie hier.
Eine Studie zum Thema „Geschlechtsspezifisches Lohngefälle“ finden Sie hier.
Über die Gleichstellung von Frauen und Männern in Europa können Sie sich hier informieren.
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