| Samstag, 22. November 2008 |
Zukunftstrends
Zweiter Gesundheitsmarkt wächst kontinuierlich Immer mehr Menschen tun auch privat etwas für ihre Gesundheit. Laut einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants gibt jeder Erwachsene mittlerweile im Jahr 900 Euro aus für Vorsorgeuntersuchungen, alternative Medizin, Wellness, Sport und gesunde Ernährung.
Seit 2000 sind damit die privaten Gesundheitsausgaben, die zusätzlich zur Krankenversicherung getätigt werden, jährlich um 6 Prozent gestiegen. Inzwischen hat dieser so genannte Zweite Gesundheitsmarkt ein Volumen von jährlich 60 Milliarden Euro erreicht; 2003 waren es erst 49 Milliarden Euro. Und die Tendenz steigt, wie eine Befragung von 1.000 18- bis 70-Jährigen durch Synovate im Auftrag der internationalen Strategieberatung im Frühjahr 2007 ergab. Allerdings steht der Nachfrage bislang noch kein ausreichendes Angebot gegenüber. Schon heute liegt die Nachfrage bei insgesamt 76 Mrd. Euro.
"Fast alle Bevölkerungsgruppen, unabhängig vom Einkommen, möchten zunehmend etwas für ihre Gesundheit tun und nutzen gesundheitsfördernde Produkte und Dienstleistungen", erklärt Dr. Joachim Kartte, Partner und Leiter des Kompetenzzentrums Pharma & Healthcare von Roland Berger Strategy Consultants. Zudem durchdringt das Thema Gesundheit mehr und mehr alle Lebensbereiche. Ob probiotischer Joghurt, hautverträgliche Kleidung oder Gesundheitstourismus – längst umfasst der Zweite Gesundheitsmarkt mehr als traditionelle Zusatzangebote wie Homöopathie und freiwillige Vorsorgeuntersuchungen. Kartte sagt: "Der Trend geht klar dahin: alles wird gesund."
Chancen des Zweiten Gesundheitsmarktes besser nutzen
Bislang nutzen jedoch sowohl Politik als auch Unternehmen die Chancen des Zweiten Gesundheitsmarktes nur recht zögerlich. "Durch die gezielte Förderung des Zweiten Gesundheitsmarktes könnte die Politik zwei Ziele gleichzeitig erreichen: die Gesundheit der Bevölkerung verbessern und neue Arbeitsplätze schaffen", erläutert der Gesundheitsexperte von Roland Berger Strategy Consultants. Gerade für ein Land mit relativ stark alternder Bevölkerung ist es wichtig, dass die Menschen möglichst lange gesund und damit auch dem Arbeitsmarkt erhalten bleiben. Der Wirtschaft wiederum eröffnet der Zweite Gesundheitsmarkt Chancen für neue Geschäftsmodelle.
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