Dienstag, 07. Oktober 2008
 Home arrow Zukunftstrends arrow Zweiter Gesundheitsmarkt wächst kontinuierlich

Zweiter Gesundheitsmarkt wächst kontinuierlich

10.07.2007 Quelle: Roland Berger   


Um die Menschen mit neuartigen Gesundheitsleistungen zu erreichen, gilt es jedoch zunächst das Konsumentenverhalten zu kennen. Denn laut Roland Berger Studie äußert sich das Gesundheitsbewusstsein beim Einzelnen recht unterschiedlich. "Unsere repräsentative Befragung hat fünf Typen von Konsumenten identifiziert, die jeweils ähnliche Werte und Bedürfnisse in Gesundheitsfragen haben", erklärt Dr. Karsten Neumann, Principal im Kompetenzzentrum Pharma & Healthcare.

Bei den fünf Grundtypen handelt es sich um:

Typ 1: die rundum Aktiven
Typ 2: die sorglosen Sportler
Typ 3: die traditionellen Minimalisten
Typ 4: die passiven Zauderer
Typ 5: die selbstkritischen Interessierten

Diese fünf Typen bilden zu etwa gleichen Teilen die gesamte Bevölkerung ab und ihr Gesundheitsverhalten findet sich in allen Alters-, Einkommens- und Bildungsschichten. Hauptunterscheidungsmerkmal ist ihre persönliche Einstellung zu Gesundheitsfragen. Während sich die einen bewusst gesund ernähren, setzen die anderen auf Sport oder Entspannung. Wieder andere informieren sich aktiv über Gesundheit und Krankheit, während es bei manchen beim guten Vorsatz bleibt.

Die fünf Gesundheitstypen

Die rundum Aktiven (Typ 1) sind sportlich aktiv und interessieren sich für Wellness. Sie geben Geld für Vorsorge und Zusatzversicherungen aus. Insgesamt fühlen sie sich gut und machen sich relativ wenige Gedanken über ihre Gesundheit. Entsprechend selten gehen sie zum Arzt.

Für die sorglosen Sportler (Typ 2) ist Sport ein wichtiger Lebensinhalt – und Gesundheit dabei eher ein netter Nebeneffekt. Den Arzt konsultieren sie selten und nur, wenn sie wirklich krank sind. Alternative Heilmethoden nutzen sie bisher gar nicht.

Gesundheitsvorsorge reduziert sich bei den traditionellen Minimalisten (Typ 3) auf gelegentliche Arztbesuche. Sie sind sportlich kaum aktiv und zeigen generell wenig Interesse an Gesundheitsthemen. Gesundheit bedeutet für sie die Abwesenheit von Krankheit.

Die passiven Zauderer (Typ 4) sind der Meinung, dass sie mehr für ihre Gesundheit tun müssten, können sich oft aber nicht aufraffen. Sie treiben wenig Sport und beschäftigen sich auch sonst kaum mit Gesundheitsthemen.

Die selbstkritisch Interessierten (Typ 5) befassen sich intensiv mit Gesundheitsthemen und dem eigenen Gesundheitszustand und geben am meisten von allen fünf Typen für ihre Gesundheit aus.

Für jeden Typ das richtige Angebot

"Unternehmen, die die Chancen im Zweiten Gesundheitsmarkt nutzen wollen, sollten diese Grundtypen kennen, damit sie wissen, wen sie wie ansprechen können", betont Gesundheitsmarktexperte Kartte. "Typ 5, der selbstkritisch Interessierte, wünscht sich zum Beispiel wissenschaftliche Informationen zu seinen Lebensmitteln", ergänzt Neumann. "Er möchte sicher sein, das Richtige für seine Gesundheit zu tun und kann mit Werbebegriffen wie Bioaktivstoffe oder Cerealien wenig anfangen." Typ 1, der rundum Aktive, wiederum könnte eine Kombination aus Sporturlaub und Wellnesshotel schätzen.

Gelingt es den Anbietern von Gesundheitsprodukten und Gesundheitsdienstleistungen die Bedürfnisse ihrer Kunden zu erkennen, profitieren Wirtschaft und Konsumenten. Die Kunden erhalten das Gesundheitsangebot, das sie sich wünschen, und die Unternehmen nutzen den wachsenden Zweiten Gesundheitsmarkt gewinnbringend. So sind laut Studie die privaten Ausgaben für Prävention in den vergangenen zehn Jahren jährlich um 10 Prozent gestiegen, die für gesunde Lebensmittel um 8 Prozent. Auch für den Gesundheitstourismus wird bis 2010 ein Wachstum von 8 Prozent pro Jahr prognostiziert. Und Angebote wie schadstofffreie Baumaterialien, gesunde Sitzmöbel, atmungsaktive Kleidung mit UV-Schutz ("functional clothing") werden genauso wie Naturkosmetik, altersgerechte Wohnungsausbauten oder strahlungsärmere technische Geräte ebenfalls weiter zunehmen.

Zweiter Gesundheitsmarkt auch für Ärzte und Kassen

"Hervorzuheben ist, dass der Zweite Gesundheitsmarkt auch den Anbietern des Ersten Gesundheitsmarktes offen steht" sagt Joachim Kartte. "Denkbar wären hier zum Beispiel ambulante Arztpraxen im Supermarkt mit Standarddiensten und geringen Wartezeiten." Gerade die klassischen Anbieter wie Ärzte, Apotheker und Krankenversicherungen haben dabei den Vorteil, dass ihnen die Menschen Kompetenz zuschreiben und vertrauen. Zudem verfügen sie über jahrzehntelange Markterfahrung und wissen, dass Kundenbedürfnisse und Kaufentscheidungen bei einem so sensiblen Thema wie Gesundheit anderen Gesetzen unterstehen als bei anderen Konsumprodukten oder Dienstleistungen. 

Diesen Beitrag diskutieren... (0 Beiträge)

Tag it:
Delicious
Furl it!
Spurl
NewsVine
Reddit
YahooMyWeb
Digg
blogmarks
Simpy


Neuere Beiträge
Ältere Beiträge
<< zurück                    weiter >>



Drucken
 
Leser Bewertung:  
SchlechtSehr Gut 
Stellenmarkt für Fach- und Führungskräfte Stellenangebote Jobs Jobsuche Stellenmarkt Stellenanzeigen Affiliate-Programm

Anbieter Zukunftstrends

 
Medikamenten-Suche

Newsletter abonnieren

Newsletter abonnieren Die neuesten Artikel zur Gesundheitswirtschaft 14-tägig per E-Mail kostenlos abonnieren!
 
 

Werbung

alle relevanten Informationen zur Riester-Rente
Umfangreiche Informationen und Onlinevergleiche zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung sowie der Krankenzusatzversicherung
Generated in 0.87721 Seconds