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Zweiter Bericht des MDS zur Qualität in der Pflege veröffentlicht. Ein Prüfbericht des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) hat auf gravierende Missstände in Pflegeheimen und bei ambulanten Pflegediensten hat hingewiesen.
Die Situation hat sich allerdings in den vergangenen drei Jahren verbessert. Der Bericht bezieht sich auf den Berichtszeitraum 2004 – 2006.
Für den aktuellen Bericht konnten Einzeldatensätze aus 3.736 Qualitätsprüfungen in ambulanten Pflegediensten unter Einbeziehung von 14.925 Pflegebedürftigen und aus 4.217 Qualitätsprüfungen in stationären Pflegeeinrichtungen unter Einbeziehung von 24.648 Bewohnern ausgewertet werden. Das entspricht einem Anteil von 31,1 % aller zugelassenen Pflegedienste und einem Anteil von 41,6 % aller zugelassenen stationären Pflegeeinrichtungen. Beim 1. Bericht des MDS, der auf der Grundlage der Qualitätsprüfungen im 2. HJ 2003 erstellt worden ist, umfasste die Datenbasis einen Anteil von 7 % der zugelassenen Pflegedienste und von 8 % der zugelassenen stationären Pflegeeinrichtungen.
Durch sein breites Datenfundament ist dieser Bericht die umfassendste Informationsquelle zur Qualität der Pflegeinfrastruktur in Deutschland. Da diesem Bericht die gleichen Erhebungsinstrumente und Qualitätskriterien zu Grunde liegen wie dem 1. Bericht, kann erstmalig auch die Entwicklung der Pflegequalität im zeitlichen Verlauf dargestellt werden.
Hier finden Sie den Bericht des MDS als PDF-Datei
Auzug: Ambulante Pflege
Bei den Qualitätskriterien, die sich mit konkreten Pflegeproblemen beschäftigen (Dekubitusprophylaxe, Ernährung und Flüssigkeitsversorgung, Inkontinenzversorgung sowie Versorgung von Personen mit gerontopsychiatrischen Beeinträchtigungen), bewegen sich die Pflegeeinrichtungen nach wie vor auf einem nicht zufriedenstellenden Niveau. Im Verlauf sind jedoch Verbesserungen zwischen 3,3 und 7,6 % im Vergleich zum 1. Bericht feststellbar. Die im Bericht dargestellten Qualitätsdefizite weisen auf potentielle Gesundheitsgefährdungen der Pflegebedürftigen hin.
Deutlich häufiger als beim 1. Bericht wenden ambulante Pflegedienste Hygienestandards an (2. HJ 2003 51,2 %, 1. HJ 2006 72,4%). In über 1/4 aller ambulanten Pflegedienste werden Hygienestandards immer noch nicht umgesetzt.
Auszug: Stationäre Pflege
Der Pflegezustand (z.B. Hautzustand, Mundzustand, Versorgung mit Sonden, Kathetern und Inkontinenzprodukten) war bei 90,0 % (2. HJ 2003 82,6 %) der in die Prüfung einbezogenen Bewohner angemessen, bei jedem zehnten der aufgesuchten Bewohner ist ein unzureichender Pflegezustand festgestellt worden, der unmittelbar auf die Qualität der Versorgung durch die stationäre Pflegeeinrichtung zurückzuführen war. Auch bei einem angemessenen Pflegezustand können aber Defizite in der Prozessqualität vorliegen (z.B. bei der Dekubitusprophylaxe). Der Umgang mit freiheitseinschränkenden Maßnahmen war bei 93,5 % (2. HJ 2003 91,4 %) der Bewohner angemessen, bei 6,5 % der Bewohner entsprach der Umgang mit freiheitseinschränkenden Maßnahmen nicht den gesetzlichen Anforderungen.
Bei den Qualitätskriterien, die sich mit konkreten Pflegeproblemen beschäftigen (Dekubitusprophylaxe, Ernährung und Flüssigkeitsversorgung, Inkontinenzversorgung sowie Versorgung von Personen mit gerontopsychiatrischen Beeinträchtigungen), bewegen sich die Pflegeeinrichtungen nach wie vor auf einem nicht zufriedenstellenden Niveau. Im Verlauf sind jedoch Verbesserungen zwischen 4,6 und 7,6 % im Vergleich zum 1. Bericht feststellbar.
Im Umgang mit Medikamenten zeigte sich eine vollständige und korrekte Dokumentation bei 94,1 % (2. HJ 2003 87,5 %) der Bewohner, die Bedarfsmedikation war bei 86,1 % (2. HJ 2003 78,2 %) der Bewohner nachvollziehbar und bei 92,2 % (2. HJ 2003 83,4 %) der Bewohner wurden die Medikamente nach der Pflegedokumentation gerichtet. Auch wenn diese Werte im Vergleich zum 1. Bericht verbessert werden konnten, besteht aufgrund der besonderen Gefahrenneigung weiterhin beim Umgang mit Medikamenten Optimierungsbedarf.
Der Anteil der stationären Pflegeeinrichtungen, die Hygienestandards umsetzen, ist in der Zeit vom 2. HJ 2003 (65,6 %) zum 1. HJ 2006 (85,1 %) deutlich angestiegen. In mehr als 10 % der stationären Pflegeeinrichtungen werden Hygienestandards noch nicht umgesetzt.
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