Samstag, 22. November 2008
 

Betriebliche Gesundheitsförderung bringt Rendite

03.09.2007 Quelle: Bundesregierung   

Foto: photocase.comSchon zur Zeit der Industrialisierung war die Arbeitsbelastung ein Thema. Damals war zum Beispiel die körperliche Belastung durch einseitige Bewegungen am Fließband und die sich daraus ergebenden körperlichen Erkrankungen das größte Problem.

Zum Ausgleich wurde vielerorts das so genannte "Fabrikturnen", vergleichbar mit dem heutigen Betriebssport, eingeführt.

Arbeitsbelastung schränkt ein

Die Formen der Arbeitsbelastung haben sich allerdings mit der technischen Entwicklung verändert. Heute plagen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eher Beschwerden psychischer Art oder durch dauerhaft sitzende Tätigkeiten. Muskel- und Skeletterkrankungen sind laut einer Krankheitsartenstatistik des Bundesverbandes der Betrieblichen Krankenkassen seit längerem die häufigste Ursache für Fehltage.

Die Zahl der Krankheitstage von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen liegt derzeit auf einem relativ niedrigen Niveau. Aber auch wenn die Anzahl der Fehltage insgesamt zurückgegangen ist, kostet jeder einzelne dieser restlichen Tage die Unternehmen bares Geld. 1991 fehlte ein Arbeitnehmer noch fast 25 Tage im Jahr, bis 2005 sanken die Fehlzeiten auf fast die Hälfte. Rücken- und psychische Erkrankungen nahmen besonders zu. Herz-, Kreislauf- sowie Verdauungserkrankungen gingen zurück.Foto: Globus Vergrößerung KrankheitsursachenKnapp 34 Milliarden Euro pro Jahr beträgt gegenwärtig die gesamte finanzielle Belastung, so die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Bei chronisch Kranken kommt hinzu, dass sie selbst bei Anwesenheit in der Regel weniger motiviert und nur eingeschränkt leistungsfähig sind.

Das Ziel: Work-Life-Balance

Viele der großen DAX-Unternehmen haben dies inzwischen erkannt und gehandelt. Betriebssport allein reicht nicht mehr aus. Denn nicht jede sportliche Ertüchtigung ist zwangsläufig gesundheitsfördernd. Vielmehr zeigt sich, dass nur mit einem aktiven und flexiblen Gesundheitsmanagement im Unternehmen ein dauerhafter Erfolg gesichert werden kann. Im Mittelpunkt steht das Prinzip "Work-Life-Balance". Es geht darum, aus gesundheitlicher Sicht Arbeit und Lebensgestaltung miteinander vereinbar zu machen.

Die Unternehmen investieren große Summen in Fitnessprogramme, die flexibel in den Arbeitsalltag eingebaut werden können. So gibt es mobile Trainingsstationen mit medizinischen Sportgeräten, häufig zum Aufbau der Rückenmuskulatur. Auch so genannte "Personal Coaches" bieten die Unternehmen an. Die "Coaches" entwickeln individuelle und termingerechte Bewegungsprogramme. Insbesondere für "Extremjobber" - und damit in erster Linie für Führungskräfte - ist die individuelle Gestaltung sinnvoll. Auch für Chefs gilt, dass Sportlichkeit grundsätzlich gesünder ist. Sportliche und dadurch gesündere Chefs können erfahrungsgemäß auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser motivieren.

Ein weiteres, häufig verwendetes Fitnessangebot besteht in mischfinanzierten Fitnessstudio-Besuchen. Die Beschäftigten zahlen hier einen Eigenanteil, um eine gewisse Wertschätzung und Disziplin zu erhalten. Den Rest übernimmt das Unternehmen.

Außerdem werden häufig Fortbildungen und andere Veranstaltungen angeboten, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sensibel machen sollen für die eigene Gesundheit.

Gesundheit trägt zur Zukunftsfähigkeit bei

Die nachhaltige betriebliche Gesundheitsförderung ist auch Thema der aktuellen Kampagne "Move Europe". Beteiligt sind Unternehmen und Institutionen aus 27 Ländern. Ziel der Kampagne ist es, darüber aufzuklären, wie bedeutsam gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind. Denn davon hängt die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen ab. Die Förderung eines gesunden Lebensstils hinsichtlich Ernährung, Bewegung, psychischer Gesundheit und Tabakverzicht stehen im Vordergrund.

Die Investitionen der Unternehmen zeigen Wirkung. Die Krankenstände sinken, die Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen steigt nachweislich. Dies wirkt sich auf Qualität und Umsatz aus. Durchschnittlich liegt die Rendite der investierten Gelder bei 300 Prozent.

Somit ergibt sich letztlich eine Win-Win-Situation: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können auf günstige Art und Weise Krankheiten vorbeugen und ihr Wohlbefinden steigern. Die Unternehmen können ihre Kosten senken und zusätzliche Gewinne erzielen. Letzteres gilt gerade für Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen. Es überrascht daher nicht, dass alle DAX-Unternehmen in Präventionsmaßnahmen investieren.

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