| Samstag, 22. November 2008 |
BDI-Vize Loh und SPECTARIS-Vorsitzender Kaschke sehen Wachstumspotential deutscher Unternehmen im Gesundheitsbereich gefährdet. Deutschland kann im Gesundheitsbereich nur weltweiter Innovationsführer sein, wenn im Wettbewerb für innovative Medizinprodukte, Arzneimittel und Therapien eine freie Preisgestaltung möglich wird."
Das forderte der stellvertretende BDI-Präsident Friedhelm Loh auf der Mitgliederversammlung des Industrieverbandes für optische, medizinische und mechatronische Technologien (SPECTARIS) am Montag in Stuttgart. "Nur so wird die teure und oft risikoreiche Entwicklung neuer Produkte oder die Investition in innovative Technologien möglich", so Loh, der zugleich auch Präsident des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ist. Er betonte, dass der BDI mit dem neu eingerichteten Arbeitskreis "Innovationen in der Gesundheitswirtschaft / Vitale Gesellschaft" die Interessen von Industriebranchen wie sie von SPECTARIS, dem ZVEI oder den forschenden Arzneimittelherstellern repräsentiert werden, mit Nachdruck in die Politik tragen will.
Auch der scheidende SPECTARIS-Vorsitzende Dr. Michael Kaschke kritisierte vor den rund 170 Spitzenvertretern aus den Bereichen Optische Technologien, Medizintechnik, Augenoptik sowie Analyse-, Bio- und Labortechnik die starke Reglementierung des Gesundheitsmarktes: "Deutschland hat enorme Potenziale, mit der Gesundheitswirtschaft weltweit in der obersten Liga mitzuspielen und in Segmenten der Medizintechnik sogar global den Ton anzugeben. Doch dafür benötigen wir zum einen eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung von Kosten und Nutzen neuer Behandlungsformen, zum anderen eine Abstimmung der Einzelmaßnahmen der Bundesministerien für Gesundheit, Wirtschaft und Forschung im Gesundheitsbereich. Nur so bekommen wir den notwendigen freien Blick auf die wirtschaftlichen Chancen, die eine Führungsposition in der Gesundheitswirtschaft Deutschland beim Export bietet."
Laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger wurde in der Gesundheitswirtschaft in Deutschland bereits im Jahr 2005 von 4,3 Millionen Beschäftigten ein Umsatz von 240 Milliarden Euro erzielt. Bis zum Jahr 2020 wird ein weiteres Wachstum auf über 450 Milliarden Euro erwartet.