| Samstag, 20. März 2010 |
Gesundheit
Biolebensmittel auf den Prüfstand In der aktuellen „test“ Ausgabe liefern die Kontrolleure von Stiftung Warentest eine Zusammenfassung aus einer Vielzahl von Lebensmitteluntersuchungen, mit dem Ergebnis: Öko- und konventionelle Lebensmittel unterscheiden sich hinsichtlich der Qualität kaum. Doch reichen die Untersuchungskriterien von Stiftung Warentest wirklich für eine allgemeingültige Bewertung aus?
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Stiftung Warentest untersuchte in den letzten fünf Jahren ein Fülle an
Bio- und konventionellen Lebensmitteln hinsichtlich der Keim- und
Schadstoffbelastung, dem Verarbeitungsgrad sowie der Qualität. In der
aktuellen Ausgabe „test“ stehen dem Konsumenten nun nochmals die
wichtigsten Ergebnisse zur Verfügung.
Bezüglich der Belastung mit Bakterien und Hefen punkten die
konventionellen Produkte. Viele unerwünschte Keime befanden sich vor
allem in tierischen Biowaren wie Fleisch-, Fisch- und
Milcherzeugnissen. Was unappetitlich klingt, hat einfache Gründe.
Biolebensmittel stehen für den Verzicht von Konservierungsstoffen,
demzufolge sind Bioprodukte besonders anfällig und können rasch
verderben. Veränderte Haltbarkeitsregelungen für Biowaren könnten hier
Abhilfe schaffen.
Ebenso bei hochverarbeiteten Lebensmittel fällt Bio hinter den
konventionellen Produkten zurück. Hier überzeugten die konventionellen
Lebensmittel eindeutig durch Qualität und Geschmack. Infolge der
EU-Ökoverordnung müssen 95 Prozent der Zutaten biologischen Ursprungs
sein, hingegen können die Hersteller von konventionellen Produkten auf
die Zutatentrickkiste zurückgreifen. Denn es ist schwierig, die
Cremigkeit von Kartoffelpüree, die Schaumbildung von Capuccino oder die
Rötung von Kochschinken auf natürliche Weise zu imitieren. Hier muss
der Verbraucher selbst entscheiden: Konservierungsstoffe,
Nitritpökelsalz, Emulgatoren oder Stabilisatoren versus geschmackliche
und visuelle Einbußen.
Die Schadstoffbelastung betreffend konnten wiederum die Biolebensmittel
trumpfen. Frisches Bio-Obst und -Gemüse sowie Bio-Tees stellten sich
meist als pestizidfrei heraus, hingegen erfüllen nur 11 Prozent der
konventionellen Lebensmittel dieses Kriterium.
Neben der Qualitätsbeurteilung von Stiftung Warentest bleibt ein
entscheidender Aspekt unbeachtet: die Inhaltsstoffe. Aus Studien ist
bekannt, dass insbesondere Bioprodukte höhere Vorkommen an sekundären
Pflanzenstoffen und Omega-3-Fettsäuren aufweisen und somit einen
positiven Nutzen für die Gesundheit bringen. Es wäre wünschenswert, das
Stiftung Warentest diesen Aspekt für weitere Lebensmitteluntersuchungen
berücksichtigt.
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Irene Dr. Preussner-Moritz
Alexander Schunicht
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