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Die überwiegende Mehrheit der Deutschen (78%) ist für
weitreichende Änderungen oder einen kompletten Umbau des
Gesundheitswesens. Das hat das Bundesgesundheitsministerium vergangene Woche
in Berlin unter Berufung auf eine international vergleichende Umfrage
des Commonwealth Fund bekannt gegeben.
Zu den Einzelergebnissen
Die Deutschen (befragt wurden 1.407 Personen im März/April 2007)
zeigen sich reformbereit. Über die Hälfte der Befragten (51 %)
befürworten sehr weitreichende bzw. grundlegende Änderungen im
deutschen Gesundheitswesen. 27 % der Befragten plädieren gar für einen
kompletten Umbau des deutschen Gesundheitswesens. Jeder fünfte Befragte
ist der Meinung, nur wenige Änderungen seien erforderlich.
–Erreichbarkeit am gleichen Tag: hier gaben 55 % der Befragten
an, im akuten Krankheitsfall sofort einen Termin erhalten zu haben –
das ist Platz 1 im Vergleich. Ähnlich gut sieht es mit der
Erreichbarkeit außerhalb der Sprechzeiten aus.
–Dem entspricht, dass die Notaufnahmen im Krankenhaus nur von 5 %
der Befragten aufgesucht wurden, weil kein anderer Arzt erreichbar
gewesen war. Wartezeiten in der Notaufnahme waren nur in 11 % (NL: 9 %)
der Fälle länger als zwei Stunden.
–Wartezeiten für planbare Eingriffe betrugen in 72 % der Fälle
mehr als einen Monat, aber nur in 3 % der Fälle mehr als 6 Monate. Nur
die Holländer werden noch schneller behandelt.
–Zugang zu medizinischen Leistungen: Hier nimmt Deutschland einen
hinteren Mittelplatz ein. Jeder fünfte Befragte gab an, aus einem von
drei Kostengründen einen Arztbesuch vermieden zu haben, einen Test
nicht in Anspruch genommen oder ein Rezept nicht abgeholt zu haben (NL
5 %, USA 37 % der Befragten).
–Dennoch ist Deutschland weiterhin Spitzenreiter bei der
jährlichen Zahl der Arztbesuche: 7 pro Kopf. Neuseeland und USA liegen
bei 3,2 bzw. 3,8. Ähnlich sieht es aus für die Arztdichte je 1000
Einwohner, die nur in den Niederlanden noch höher ist als bei uns – 3,7
/ 1000, bei uns 3,4 / 1000.
–Die Deutschen gehen häufig zum Spezialisten: 44 % der Befragten
gaben an, zwei oder mehr Fachärzte im vergangenen Jahr besucht zu haben
(Folie 26). Das ist einsame Spitze, abgeschlagen folgen Australien (29
%) und USA (27 %).
–Patientenorientierung/Arzt-Patienten-Kontakt: Deutsche Hausärzte
scheinen ihre Patienten mitsamt ihrer Krankengeschichte besser zu
kennen (78 % – höchster Wert, 62 % – niedrigster Wert in den USA) als
die Kollegen woanders.
–Qualität: Die Qualität der erhaltenen Versorgung bewerten 52 %
mit sehr gut oder hervorragend. Am zufriedensten sind die Niederländer
(72 %).
–Chronikerversorgung: Nur einer von fünf chronisch Kranken erhält
bisher in Deutschland von seinem Arzt einen Therapieplan für zu Hause.
Hier sind die USA mit 52% Spitze.
–Medizinische Fehler: Nnur sehr wenige der Befragten berichteten von Behandlungsfehlern.
In diesem Zusammenhang wurden auf der Konferenz auch jüngste
Daten der OECD für Deutschland diskutiert: Zwar gibt Deutschland im
Vergleich einen hohen Anteil des BIP für eine umfassende medizinische
und zahnmedizinische Versorgung aus, jedoch liegt D bei den
Krankenhausausgaben pro Tag, bei den Pro-Kopf-Ausgaben für (ambulante)
ärztliche Leistungen, sowie bei der Wachstumsrate der
Arzneimittelausgaben pro Kopf an vorletzter Stelle.
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Weitere Informationen finden Sie unter www.commonwealthfund.org
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