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“Gesunde Vitamine zum naschen” oder die
„Extra-Portionen Milch“, jeder kennt die reißerischen Schlagworte und
Werbeslogans der Lebensmittelkonzerne. Während Fachleute schnell die
Wertigkeit eines Produktes anhand der Zutatenliste bestimmen können,
bleibt oftmals für den normalen Verbraucher nur der Glaube an die
werbewirksamen Versprechungen.
Doch was steckt dahinter:
Gesundheitsbewusstes Denken der Lebensmittelindustrie oder eine
Strategie zur Absatzsteigerung?
Dieser Herausforderung hat sich Foodwatch angenommen und möchte mit der
“abgespeist”-Kampagne auf Verbrauchertäuschung und Defizite in der
Kennzeichnung sowie deren Konsequenzen aufmerksam machen. Die
gemeinnützige Organisation setzt sich für saubere, gesunde sowie
ungiftige Lebensmittel ein und fordert mehr Transparenz für den
Verbraucher.
Ein unglaubliches Beispiel aus der Rubrik „abgespeist“ ist der
Kinderriegel: Laut der Werbelyrik sorgt die Süßigkeit für eine gute
Versorgung mit Milch. Doch um den Calciumbedarf der Kinder zu decken,
müssten diese täglich 13 Riegel verzehren. Dies entspricht laut
Foodwatch, einem halben Paket Butter und 48 Stück Würfelzucker. Ebenso
werben die Hersteller von Haribo mit Gesundheitsversprechungen. Die
Sorte „Saftbären“ enthält gemäss der Werbung „...die Vitamine C, E, B6
sowie Niacin, Pantothen, Folsäure und Biotin (Vitamin H)“ und ist „für
alle, denen die Gesundheit über alles geht“. Die Zuckermenge von 77
Gramm pro 100 Gramm Naschwerk fallen hier leider unter den Tisch.
Neben Kampagnen von Verbänden ist die Politik gefordert verbesserte
Kennzeichnungsregelungen und Transparenz für den Verbraucher zu
schaffen. Zu diesem Zweck entwickelt das Bundesministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz derzeit einen Leitfaden
für erweiterte Nährwertinformationen auf Lebensmitteletiketten. Bleibt
nur zu hoffen, dass dieser inhaltlich auf die Interessen des
Konsumenten zugeschnitten ist.
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