| Donnerstag, 18. März 2010 |
Gesundheit
Etikettenschwindel der Lebensmittelkonzerne?
“Gesunde Vitamine zum naschen” oder die
„Extra-Portionen Milch“, jeder kennt die reißerischen Schlagworte und
Werbeslogans der Lebensmittelkonzerne. Während Fachleute schnell die
Wertigkeit eines Produktes anhand der Zutatenliste bestimmen können,
bleibt oftmals für den normalen Verbraucher nur der Glaube an die
werbewirksamen Versprechungen.
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Doch was steckt dahinter: Gesundheitsbewusstes Denken der Lebensmittelindustrie oder eine Strategie zur Absatzsteigerung?
Dieser Herausforderung hat sich Foodwatch angenommen und möchte mit der “abgespeist”-Kampagne auf Verbrauchertäuschung und Defizite in der Kennzeichnung sowie deren Konsequenzen aufmerksam machen. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für saubere, gesunde sowie ungiftige Lebensmittel ein und fordert mehr Transparenz für den Verbraucher.
Ein unglaubliches Beispiel aus der Rubrik „abgespeist“ ist der Kinderriegel: Laut der Werbelyrik sorgt die Süßigkeit für eine gute Versorgung mit Milch. Doch um den Calciumbedarf der Kinder zu decken, müssten diese täglich 13 Riegel verzehren. Dies entspricht laut Foodwatch, einem halben Paket Butter und 48 Stück Würfelzucker. Ebenso werben die Hersteller von Haribo mit Gesundheitsversprechungen. Die Sorte „Saftbären“ enthält gemäss der Werbung „...die Vitamine C, E, B6 sowie Niacin, Pantothen, Folsäure und Biotin (Vitamin H)“ und ist „für alle, denen die Gesundheit über alles geht“. Die Zuckermenge von 77 Gramm pro 100 Gramm Naschwerk fallen hier leider unter den Tisch.
Neben Kampagnen von Verbänden ist die Politik gefordert verbesserte Kennzeichnungsregelungen und Transparenz für den Verbraucher zu schaffen. Zu diesem Zweck entwickelt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz derzeit einen Leitfaden für erweiterte Nährwertinformationen auf Lebensmitteletiketten. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser inhaltlich auf die Interessen des Konsumenten zugeschnitten ist.
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Christoph Schmitz
Nele Winskowski
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