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Krankenhäuser investieren, im Vergleich zu Unternehmen anderer Branchen, viel zu
wenig. Die Investitionslücke wird größer und größer. Aber: Kapital ist hier zu
Lande genug vorhanden – die Krankenhäuser müssen sich nur nach Alternativen zu
den öffentlichen Fördermitteln umsehen.
Diese gewagte These stellt Prof. Dr.
Alexander Karmann, Gesundheitsökonom Dresden, auf.
Fakt
ist: Die öffentlichen Fördermittel nehmen seit Jahren ab - in den letzten 15
Jahren um rund 44 Prozent. Die Bedarfe dagegen werden aufgrund von
medizinisch-technischem Fortschritt und demographischer Entwicklung weiter
steigen. Ein Teil der prognostizierten zusätzlichen Ausgaben ließe sich schon
einmal durch eine deutliche Reduktion der Verweildauer bzw. eine leichte
Erhöhung der Bettenauslastung kompensieren, so Prof. Karmann. Für die weiteren
Finanzprobleme der Krankenhäuser gebe es genug Kapital – das zeigten andere
Branchen. Die Krankenhäuser verließen sich nur noch zu sehr auf Mittel, die
ihnen auf Grund der dualen Finanzierung eigentlich zustünden, aber letztendlich
dann doch nicht flössen.
Dazu
kommt, dass die derzeitige duale Finanzierung zunehmend auf Kritik stößt, da sie
zukunftsorientierte Unternehmensstrategien verhindert – die Krankenhäuser können
derzeit nicht autonom über die Durchführung von Investitionen entscheiden.
Außerdem führt sie zu Wettbewerbsverzerrungen, da öffentlich geförderte
Krankenhäuser im Gegensatz zu nicht geförderten mit Hilfe der Investitionskosten
Betriebskostendefizite ausgleichen können.
Das
Fazit des Gesundheitsökonomen: Die Krankenhäuser werden sich Alternativen in der
Investitionsfinanzierung erschließen müssen. Wie der Blick über die
Sektorgrenzen hinaus zeigt, ist Kapital, sei es in Form von Eigen- oder
Fremdkapital, in Deutschland sehr wohl vorhanden. Ob ein Krankenhausträger an
diesem aufnahmefähigen Kapitalmarkt partizipieren kann, wird maßgeblich dessen
Zukunftschancen bestimmen.
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