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Während
die Politik über eine Pflicht für Kinder-Vorsorgeuntersuchungen
diskutiert, haben sich die Kaufmännische Krankenkasse (KKH), der
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die Deutsche BKK
für einen zeitgemäßen Ausbau der Früherkennung bei Kindern stark
gemacht und ihr Vorhaben bereits in die Tat umgesetzt.
Ab 1. Januar
2008 können bundesweit rund 130.000 Kinder von drei zusätzlichen
Vorsorgeuntersuchungen profitieren. Dies ist in Deutschland bisher einmalig.
Die Zusatz-Untersuchungen sollen die großen Lücken in der Vorsorge von Kindern zwischen
dem 2. bis 4. sowie dem 5. bis 12. Lebensjahr schließen. Zudem zielen
sie auch auf moderne Krankheitsbilder wie Allergien, Übergewicht,
Sozialisationsstörungen, Sprachentwicklung und die Aufklärung über die
Gefahren von Suchtmitteln ab. "Wir möchten daher alle Eltern aufrufen,
mit ihren Kindern unbedingt die bestehenden und die neuen
Vorsorge-Untersuchungen wahrzunehmen. Nur so können Gesundheitsgefahren rechtzeitig erkannt und aus dem Weg geräumt werden", betont Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH.
Noch
immer nutzen längst nicht alle Eltern die Früherkennung zum Wohle ihrer
Kinder. "Unsere Statistiken zeigen, dass nur die ersten beiden
Früherkennungsuntersuchungen im Krankenhaus direkt nach der Geburt
flächendeckend erfolgen", erklärt Kailuweit weiter. Bereits bei den
Vorsorgeuntersuchungen U3 (4.-6. Lebenswoche), U4 (3.-4. Lebensmonat),
U5 (6.-7. Lebensmonat) und U6 (10.-12. Lebensmonat) kommen nur
durchschnittlich 80 Prozent der Eltern mit ihren Kindern zum Arzt. Bei
der U7 (21.-24. Lebensmonat) sind es nur noch 75 Prozent.
"Je größer
die Kinder werden, um so mehr nimmt die Teilnahme an den
Vorsorgeuntersuchungen ab: Bei den Kindern zwischen dem 7. und 10.
Lebensjahr liegt die Quote sogar nur noch bei 66 Prozent." Dies seien
erschreckende Zahlen, so der KKH-Vorstandschef. Und dass, obwohl viele
Krankenkassen wie auch die KKH mit einem Erinnerungsservice ihre
Versicherten auf die anstehenden Vorsorgetermine aufmerksam machen.
"Mit ihrem Auto gehen die Deutschen regelmäßig zur Durchsicht. Wieso
funktioniert das nicht auch beim eigenen Nachwuchs?", so Kailuweit.
Neben der Eigenverantwortung der Menschen ist auch die Politik gefragt,
hier eine optimale Lösung zu finden.
Die
zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder sollen angesichts der
aktuellen Diskussion neben den medizinischen Aspekten auch zu einem
besseren Schutz von Kindern vor Vernachlässigung und Gewalt beitragen.
Vorsorgeuntersuchungen
im Kindes- und Erwachsenenalter sind ein wichtiger Baustein im
deutschen Gesundheitssystem. "Und daher sind sie auch eine zentrale
Leistung der gesetzlichen Krankenkassen", sagt Kailuweit.
Hintergrund: Die U-Untersuchungen im Überblick
· U1 (direkt nach der Geburt): Untersuchung von Herz, Lunge, Hautfarbe, Sauerstoffgehalt des Blutes, Muskelspannung und Reflexen
· U2
(3. bis 10. Lebenstag): erste Grunduntersuchung von Kopf bis Fuß - u.
a. Organe, Geschlechtsteile, Haut, Knochen, Nervensystem, Hüftgelenk,
Stoffwechsel
· U3
(4. bis 6. Lebenswoche): Untersuchung von Körperfunktionen,
Hörvermögen, Bewegungsverhalten, Ernährungszustand, Gewicht, Impfungen
· U4
(3. bis 4. Lebensmonat): gründliche Untersuchung - u. a. von Organen,
Geschlechtsteilen, Hör- und Sehvermögen, Fontanelle, allgemeiner
Beweglichkeit, Reaktionsvermögen, Impfungen
· U5
(6. bis 7. Lebensmonat): Überprüfung u. a. der Beweglichkeit und
Körperbeherrschung, des Hör- und Sehvermögens, ggf.
Wiederholungsimpfungen
· U6
(10. bis 12. Lebensmonat): Untersuchung u. a. der Körperfunktion, der
Beweglichkeit, der Körperbeherrschung, Hinweis auf Zahnpflege,
Impfungen - ggf. Wiederholungsimpfungen
· U7 (21. bis 24. Lebensmonat): Zweijahresuntersuchung - u. a. Überprüfung der geistigen Entwicklung, Wiederholungsimpfungen
· Neu:
U7a (33. bis 39. Lebensmonat): Allergien, Sozialisationsstörungen,
Übergewicht, Sprachentwicklung, Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit
· U8
(3,5 bis 4 Jahre): Kontrolle der Funktionstüchtigkeit der Organe, des
Hör- und Sehvermögens, der Sprachentwicklung und Körperbeherrschung
· U9
(5 Jahre): umfangreiche Überprüfung von Kopf bis Fuß - Organfunktionen,
Seh- und Hörvermögen, grob- und feinmotorische Entwicklung,
Körperhaltung, geistige, seelische und soziale Entwicklung,
Sprachvermögen, Kontrolle des Impfpasses auf Vollständigkeit
· Neu: U10 (7 bis 8 Jahre): Lese- und Rechtschreibvermögen, motorische Entwicklung, Verhaltensstörung, ADHS
· Neu: U11 (9 bis 10 Jahre): Bewegungs- und Sportförderung, Medienverhalten, Aufklärung über die Gefahren von Suchtmitteln
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