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Das Krankenhaus Barometer liefert seit sieben Jahren umfangreiche Informationen zum aktuellen Krankenhausgeschehen. Die Umfrage 2007 beruht auf den Angaben von 304 Allgemeinkrankenhäusern. Die Ergebnisse des "Krankenhaus Barometer 2007” zeigen, dass sich die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser zunehmend verschlechtert.
Im Jahr 2006 schrieben ca. 30 Prozent der Krankenhäuser Verluste und 15 Prozent wiesen ein ausgeglichenes Ergebnis auf. Für das Jahr 2007 erwarten die Krankenhäuser insgesamt eine Verschlechterung ihrer Jahresergebnisse Ca. 30 Prozent der Krankenhäuser erwarten ein negatives Ergebnis und nur noch 38 Prozent der Kliniken rechnen mit Überschüssen (2006: 55 Prozent). Für 2008 erwarten 42 Prozent der Krankenhäuser nochmals eine schlechtere wirtschaftliche Situation als 2007.
Der DKI-Krankenhausindex zeigt, dass die Kliniken seit Einführung des Fallpauschalensystems im Jahr 2003 wieder deutlich pessimistischer in die Zukunft blicken.
Die Ursachen liegen im wesentlichen in dramatischen Kostensteigerungen, wie den deutlichen Tariferhöhungen für Klinikärzte, der Mehrwertsteuererhöhung, Energiekostensteigerungen sowie Mehrkosten durch das neue Arbeitszeitgesetz. Allein die Tariferhöhungen für die Klinikärzte summieren sich jährlich auf rund 1,5 Mrd. Euro. Das entspricht etwa 15 Prozent der gesamten Personalkosten des ärztlichen Dienstes. Bei vorgegebenem Landesbasisfallwert können diese Kostensteigerungen nicht an die Vergütungen (Fallpauschalen) weiter gegeben werden. Gleichzeitig hat die Politik massive Kürzungen bei den Krankenhäusern mit den Einspargesetzen 2006 und der Sanierungsabgabe der Kliniken im Rahmen der Gesundheitsreform 2007 vorgenommen.
Maßnahmen der Kliniken:
Zur Vermeidung wirtschaftlicher und existenzbedrohender Probleme haben derzeit 11 Prozent der Krankenhäuser einen Notlagentarifvertrag abgeschlossen - mit Einbußen der Mitarbeiter beim Weihnachtsgeld und z.T. bei der Grundvergütung. In den neuen Bundesländern verfügt fast jedes fünfte Krankenhaus über einen entsprechenden Notlagentarifvertrag. Zudem planen bundesweit weitere 8 Prozent solche Verträge.
Ein Drittel der Kliniken will offene Arztstellen nicht wiederbesetzen. Jede neunte Klinik plant einen Stellenabbau im Ärztlichen Dienst. Jedes zweite Krankenhaus will ärztliche Aufgaben verstärkt an andere Berufsgruppen delegieren. Fast 40 Prozent der Kliniken plant einen Stellenabbau in anderen Berufsgruppen.
Viele Krankenhäuser sehen dem Ende der Konvergenzphase (im Rahmen der Einführung der Fallpauschalen bis 2008) skeptisch entgegen, weil ihre nachweisbaren Bemühungen zur Verbesserung von Wirtschaftlichkeit und Qualität der Versorgung durch gesundheitspolitische Interventionen konterkariert werden.
2. Arbeitszeitgesetz - die Mehrheit hat Probleme bei der Umsetzung
Rund drei Viertel der deutschen Krankenhäuser hat nach wie vor Probleme mit der Umsetzung des neuen Arbeitszeitrechts. Die wesentlichen Ursachen dafür liegen in Finanzierungsproblemen, Problemen mit der Mitarbeiterakzeptanz und es ist problematisch den Mehrbedarf an Ärzten am Markt zu decken.
Das neue Arbeitszeitgesetz schreibt vor, zahlreiche Details der Umsetzung in Tarif-, Betriebs- und Dienstvereinbarungen zu regeln (z. B. Bereitschaftsdienst- und Höchstarbeitszeiten). Die unübersichtliche Tarifsituation erschwert die Anwendung des neuen Arbeitszeitgesetzes zusätzlich. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen setzen die Kliniken neue Arbeitszeitmodelle gleichwohl zusehends um.
3. Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden - nur wenige kommen durch
In den Krankenhäusern wird der medizinische Fortschritt rasch in eine bessere Patientenbehandlung umgesetzt. Allerdings: medizinische Innovationen (neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden) werden nur langsam in das Fallpauschalensystem eingepreist. Die Finanzierung des medizinischen Fortschritts vor Ort erfolgt zunächst durch die Krankenhäuser selbst. Die Krankenhäuser treten somit in Vorleistung.
Nur rund ein Viertel der Anträge von Kliniken führt am Ende auch zu einer Vereinbarung eines fallbezogenen Entgeltes oder Zusatzentgeltes für innovative Leistungen.
4. DRG-Zeitalter - Fokussierung und Wettbewerb stark zunehmend
Seit 2004 hat rund ein Fünftel der Krankenhäuser durch interne Schwerpunktsetzung mindestens einen Fachbereich neu errichtet. Etwa ein Drittel der Krankenhäuser hat allein in den letzten drei Jahren Aufgaben an Fremdfirmen outgesourct.
Über ein Viertel der Krankenhäuser stimmen ihr Leistungsspektrum mit Auswirkung auf die Leistungsplanung mit anderen Häusern ab. Gegenüber dem letzten Jahr hat dieser Anteil damit im stationären wie ambulanten Sektor deutlich zugenommen.
Knapp die Hälfte der Krankenhäuser ist seit dem Jahr 2004 eine institutionalisierte Form von Kooperation mit anderen Krankenhäusern eingegangen.
5. Unternehmensziele - Qualität steht hoch im Kurs
Bei den Unternehmenszielen sind den Krankenhäusern
- eine hohe Patientenzufriedenheit
- eine hohe Qualität der Leistungserbringung und
- ein gutes Image ihres Hauses in der Öffentlichkeit
am wichtigsten.
Diese Ziele werden auch in sehr guter Weise erreicht. Nur begrenzt erreicht werden dagegen die ökonomischen Ziele.
Während die Krankenhäuser in den letzten Jahren die ökonomischen Ziele noch in hohem Maße erreichten, wurde die Zielerreichung bei den qualitätsorientierten Zielen teilweise kritisch gesehen. Der Zeitvergleich belegt den steigenden ökonomischen Druck durch das Fallpauschalensystem und damit die zunehmende Bedeutung ökonomischer Sichtweisen im Krankenhaus. Die Verbesserungen bei den qualitätsorientierten Zielen spiegeln hingegen auch das erfolgreiche Bemühen vieler Krankenhäuser etwa mit Blick auf die strategische Neuausrichtung ihres Unternehmens, das Prozess- und Qualitätsmanagement wider.
6. Entlassungsmanagement - gut gerüstet in die Zukunft
Die Krankenhäuser sind für das Versorgungs- und Entlassungsmanagement gut vorbereitet:
jedes zweite Krankenhaus verfügt über schriftlich fixierte Arbeitsanweisungen oder Behandlungspfade - vielfach mit Erfassung zentraler Aspekte wie eine gezielte und frühzeitige Entlassungsplanung oder eine bedarfsorientierte Einbeziehung nachsorgender Leistungserbringer
- die Hälfte der Krankenhäuser hat speziell qualifizierte Fachkräfte, die ausschließlich oder schwerpunktmäßig für das Entlassungsmanagement bzw. die Patientenüberleitung zuständig sind (Case-Manager, Fachkräfte für Pflegeüberleitung o. ä.)
- der Ärztliche Dienst, der Pflegedienst sowie der Sozialdienst sind vielfach standardmäßig in die Entlassungsplanung einbezogen.
- der Einsatz standardisierter Assessmentinstrumente zum poststationären Pflege- und Versorgungsbedarf sowie die Überprüfung der Entlassungsplanung nach der Entlassung durch das Krankenhaus selbst finden zusehends Verbreitung
- das Schnittstellenmanagement relativ weit fortgeschritten. Die Kostenträger und nachsorgenden Leistungserbringer (z. B. Reha-Kliniken, ambulante und stationäre Pflegeinrichtungen) sind weitgehend in die Entlassungsplanung eingebunden
Die Umfrage 2007 beruht auf den Angaben von 304 Allgemeinkrankenhäusern, die im April bis Juni diesen Jahres durchgeführt wurden. Die Ergebnisse sind repräsentativ für alle allgemeinen Krankenhäuser ab 50 Betten in Deutschland, die gemäß § 108 SGB V zur Krankenhausbehandlung zugelassen sind. Die gesamte Studie ist auf der Internetseite www.dkgev.de sowie www.dki.de verfügbar.
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