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Campylobacter-Infektionen beim Menschen werden häufig durch Geflügelfleisch verursacht, unter anderem auch durch Entenbrust. Campylobacter-Bakterien sind hitzeempfindlich und sterben ab, wenn das Fleisch bei der Zubereitung durchgegart wird.
Da Entenbrust nach
traditionellen Rezepten häufig nicht vollständig durchgegart wird
(„Entenbrust rosa"), können durch den Verzehr unangenehme
Magen-Darm-Erkrankungen auftreten, die durch Campylobacter-Bakterien
hervorgerufen werden. Vollständig ausgeschlossen ist dieses Risiko
erst, wenn die Kerntemperatur des Fleisches bei der Zubereitung auf dem
Herd oder im Ofen mehr als zehn Minuten lang 74 Grad oder höher ist.
Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für
Risikobewertung (BfR), weist darauf hin, dass diese Regel auch für
andere Keime gilt, die in Fleisch vorkommen: „Alle gängigen
Krankheitserreger in Lebensmitteln, sowohl Bakterien wie Salmonellen,
Listerien und Campylobacter als auch Noro- und Hepatitisviren, werden
durch ausreichendes Erhitzen abgetötet."
Campylobacter sind neben Salmonellen die häufigsten Erreger von
lebensmittelbedingten Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen. Sie lösen
mitunter schwere Durchfälle mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen aus.
Die Symptome klingen üblicherweise nach einigen Tagen wieder ab. Es
sind aber auch Einzelfälle mit schwerem Verlauf beschrieben, vor allem
bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem.
Bei Untersuchungen der amtlichen Lebensmittelüberwachung der Länder
sind in rund einem Drittel der Geflügelfleischproben Campylobacter
nachgewiesen worden. Auch Entenfleisch ist häufig betroffen. Die
hitzeempfindlichen Campylobacter sterben beim vollständigen Durchgaren
des Fleisches ab. Entenbrust wird aber häufig nicht durchgegart, weil
das Fleisch - im Unterschied zu Huhn - dabei zäh werden kann. Das BfR
weist darauf hin, dass Kerntemperaturen von 60 Grad Celsius, die bei
der üblichen Zubereitung von Entenfleisch erreicht werden („Entenbrust
rosa"), die Zahl der Campylobacter-Bakterien zwar reduzieren, aber
nicht vollständig abtöten. Das Risiko einer Infektion ist erst bei
Kerntemperaturen von 74 Grad Celsius und mehr ausgeschlossen, die
während der Zubereitung mit Fleischthermometern ermittelt werden können.
Auch vor dem Braten, Kochen oder Backen ist hinsichtlich der Hygiene
im Umgang mit Geflügel die nötige Vorsicht geboten: Campylobacter
überleben auch im Kühlschrank und auf gefrorenen Produkten. Nach dem
Auftauen von belastetem Fleisch sind sie vor allem im Tauwasser
vorhanden. Tauwasser und Verpackungen sollten entsprechend entsorgt und
alle Küchengegenstände und -flächen, die mit dem Fleisch in Berührung
gekommen sind, gründlich gereinigt werden. Nach jedem Arbeitsschritt
sollten die Hände gründlich gewaschen werden, damit mögliche Keime
nicht in der Küche weiterverbreitet werden. Küchenhygiene und
ausreichendes Garen schützen nicht nur vor Campylobacter-Infektionen:
Auch Erkrankungen durch Bakterien wie Salmonellen und Listerien sowie
durch Noro- bzw. Hepatitisviren lassen sich so vermeiden.
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Dokumente
-Campylobacter spp. in Entenbrust (Stellungnahme Nr. 002/2008 des BfR vom 20.12.2007) (PDF-Datei, 205.5 KB)
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