Arzneimittel drehen gewaltig an der Kostenschraube
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04.02.2008
Quelle: KKH
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KKH-Bilanz für 2007: Arzneimittelausgaben stiegen um 9 Prozent. Mehr Rezepte, höhere Preise und die Mehrwertsteuererhöhung ließen die Ausgaben klettern. Schieflage droht ab 2009, wenn die Politik nicht reagiert.
Die
Kaufmännische Krankenkasse bilanziert ihre Ausgaben für Arzneimittel im
Jahr 2007 auf 562 Millionen Euro, das entspricht einer Steigerung von
neun Prozent oder 50 Millionen Euro gegenüber dem Jahr 2006.
Hochgerechnet für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) insgesamt
bedeutet dies, dass die Ausgaben für Arzneimittel im vergangenen Jahr
um gut 2 Milliarden Euro gestiegen sind. Es gibt drei wesentliche
Gründe für diese Entwicklung: Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2,9
Prozent mehr Arzneimittel-Rezepte abgerechnet, was bei der KKH allein
20 Millionen Euro an Mehrausgaben verursachte. Hinzu kam die
Mehrwertsteuererhöhung, die mit 18 Millionen Euro an den Mehrausgaben
zu Buche schlägt. Spürbar angestiegen sind außerdem die Preise für die
Arzneimittel selbst, insbesondere bei Originalpräparaten. Diese
Präparate machten 21 Prozent der verordneten Arzneimittel aus, aber sie
verursachten 52 Prozent der Kosten. Allein der Preisanstieg führte bei
der Kaufmännischen Krankenkasse zu Mehrausgaben in Höhe von circa 12
Millionen Euro.
„Die
Kostenentwicklung im Arzneimittelbereich ist bedenklich. Zusammen mit
den zu erwartenden Mehrausgaben für Arzthonorare sind die kletternden
Arzneimittelkosten ein wesentlicher Faktor für den massiven
Kostenanstieg im Gesundheitswesen", erklärt der KKH-Vorstandsvorsitzende Ingo Kailuweit heute in Hannover. „Wenn
die Politik diese Entwicklung nicht endlich stoppt, wird der
Gesundheitsfonds 2009 mit einem Einheitsbeitrag von deutlich über 15
Prozent starten müssen. Dies würde unser gesamtes Gesundheitssystem in
eine Schieflage bringen", so Kailuweit weiter.
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