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Mit
24 Prozent entfallen laut einer Analyse der Kaufmännischen Krankenkasse
die meisten Krankentage auf Rückenleiden. Nach den Infekten der
Atemwege stehen diese Erkrankungen bei der Arbeitsunfähigkeit auf Platz
zwei der häufigsten Diagnosen.
"Die KKH-Daten spiegeln den bundesweiten
Trend wider", so der KKH-Vorstandsvorsitzende Ingo Kailuweit. Dies
bestätigen auch die Daten des KKH-Weißbuches Beweglich?,
das Wissenschaftler zusammen mit Praktikern aus ganz Deutschland unter
Federführung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erstellt
haben. Danach wurde allein im Jahr 2005 bei knapp 1,5 Millionen
Versicherten die Diagnose Rückenschmerzen gestellt. "Das bedeutet, dass
etwa jeder fünfte Arztbesuch darauf zurückzuführen ist", betont
Kailuweit.
Rückenerkrankungen in den neuen Ländern häufiger
Am
stärksten unter Rückenschmerzen leiden Bürokräfte, Warenkaufleute und
Arbeitslose. Bei arbeitslosen Männern liegt der Anteil um das 8,5-fache
und bei Bürokräften sogar um das 22-fache höher als bei Managern. Bei
der regionalen Verteilung der Krankheitsbilder fällt auf, dass in
Sachsen-Anhalt und Brandenburg im Bundesvergleich die meisten Menschen
unter Rückenschmerzen leiden. Hier sind fast doppelt so viel Menschen
davon betroffen wie in Baden-Württemberg und Hamburg.
Rückenkrankheiten kosten Wirtschaft jährlich 9 Mrd. Euro
Die
Krankheiten des Rückens und der Wirbelsäule sind mit hohen Kosten
verbunden. Fast elf Prozent der krankheitsbezogenen Ausgaben entfallen
bei der KKH auf diese Krankheitsbilder. "Das bedeutet allein für die
KKH jährlich einen Betrag in Höhe von rund 120 Millionen Euro", sagt
KKH-Vorstand Kailuweit. Aber nicht nur die gesetzlichen Krankenkassen
werden durch die Folgen von Rückenerkrankungen belastet. Mit einem
Anteil von 30 Prozent waren 2005 Krankheiten des Rückens die häufigste
Ursache für Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung zur
medizinischen Rehabilitation. Zudem verursachen Rückenkrankheiten für
die Wirtschaft hohe Kosten. Der dadurch bedingte
Produktionskostenausfall schlägt jährlich mit knapp 9 Milliarden Euro
zu Buche. "Nicht nur die Krankenkassen, auch Arbeitgeber und Wirtschaft
haben mit den Folgen dieser Krankheitsbilder zu kämpfen", so Kailuweit
weiter.
Schulsport ohne Zensuren - Bewegung hilft bei der Prävention von Jugendgewalt
Für
Kinder stehen an deutschen Schulen heutzutage durchschnittlich nur zwei
Stunden Sport auf dem Lehrplan. Daher fordert die KKH neue Ansätze für
den Schul- und Freizeitsport sowie ein Fach Gesundheitserziehung.
"Sport muss gerade bei Kindern häufiger in den Lehrplan. Nur so kann
eine vorbildhafte Wirkung bis ins Erwachsenenalter erzielt werden",
sagt Kailuweit. Zudem fordert der KKH-Vorstandsvorsitzende einen
Sportunterricht ohne Leistungsdruck: "Wettkampfcharakter hat im
Leistungssport, aber nicht im Schulsport etwas zu suchen. Daher sollten
im Sportunterricht keine Zensuren erteilt werden." Spielerisch
orientierte Sportstunden mit leistungs- und interessenbezogenen
Schwerpunkten würden Kindern auf Dauer mehr Freude an Bewegung
vermitteln und als Aggressionsventil auch bei der Prävention von
Jugendgewalt helfen. "Investitionen in mehr Schul- und Freizeitsport
sind besser angelegt als zusätzliche Mittel für Polizei und
Jugendarrest", so Kailuweit wörtlich.
Die KKH-Bewegungsprogramme
Die
KKH hat mit Essen-Bewegen-Wohlfühlen, Fitness für Kids und Obeldicks
light vor allem für Kinder verschiedene Pilotprojekte für mehr Bewegung
und eine bessere Ernährung gestartet. Zudem fließt die spezielle
Förderung der Bewegung von Kindern bei der KKH auch in andere Bereiche
ein:
- So bietet die KKH als erste Kasse seit Januar 2008 drei zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Kinder auf Chipkarte an.
- Zehntausende
nutzen in ganz Deutschland jedes Jahr die Herz-Kreis-LÄUFE der KKH. Auf
diesen Volksläufen gibt es mit der KKH-Kinderolympiade, den
Bambiniläufen und der KKH-Kinderwelt auch zahlreiche Angebote speziell
für Kinder.
Literatur-Tipp
Weißbuch
Prävention 2007/2008 - Beweglich? Muskel-Skelett-Erkrankungen -
Ursachen, Risikofaktoren und präventive Ansätze. Hrsg.: KKH
Kaufmännische Krankenkasse in Zusammenarbeit mit der MHH Medizinische
Hochschule Hannover, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2008. 39,95
Euro. ISBN 978-3-540-77273-6
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