| Sonntag, 20. Juli 2008 |
Medizin/Pharma
Operieren am 3D-Modell: IT-Lösungen auf dem Weg in den Markt Zwei Forscher, die ihre Lösung potenziellen Geschäftspartnern vorstellen, sind beispielsweise Dr. Ivo Wolf und Hannes Kenngott von Insight Image Technologies, einer Ausgründung des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Sie haben ein medizinisches Bildverarbeitungsprogramm entwickelt, das intelligente drei- und vierdimensionale Aufnahmen von Organen liefert. Intelligent bedeutet in diesem Fall, dass das Programm die Organe und eventuelle Tumore automatisch identifiziert. Radiologen, Chirurgen und Patienten erhalten somit eine exakte Diagnose-, Operations- und Therapiegrundlage. Bisher war das nur begrenzt möglich, da den Ärzten nur statische Schichtbilder zur Verfügung standen.
Mit dem medizinischen Leber-Navigationssystem bietet das junge Unternehmen eine weitere bislang nicht am Markt verfügbare Anwendung. Der Vorteil: Das System berechnet den kürzesten und sichersten Weg zum Tumor, um diesen zu veröden oder ein Therapeutikum zu injizieren.
Mobile Endgeräte im Rettungsdienst
Eine andere Business-Lösung, präsentiert von der medDV GmbH, ist der mobile PC für den Rettungsdienst. Bei Notfällen, z. B. bei einem Schlaganfall, zählt jede Sekunde. Durch den Einsatz mobiler Endgeräte wie PDAs lässt sich wertvolle Zeit sparen, da sie bereits vor der Einlieferung in das Krankenhaus alle relevanten Informationen übermitteln und so die Behandlungszeit verkürzen. Dennoch waren die meisten PDAs den Anforderungen an Bedienbarkeit und Übertragungssicherheit im Rettungsdienst bisher nicht gewachsen. Anders der von der medDV GmbH entwickelte Handheld-PC, der eine stabile Übertragung mittels UMTS mit einem schnellen und intuitiven Eingabedisplay verbindet.
Wissensmanagement für klinische Studien
Ein weiteres Beispiel für IT-gestützte Verbesserungen im Gesundheitsbereich ist die von Klaus Heumann, Vorstand der Biomax AG, präsentierte Lösung. Dabei handelt es sich um eine flexible, intuitive Wissensmanagementplattform, die klinische und molekulare Daten einzelner Patienten mit biomedizinischen Datenbanken und Informationssystemen abgleicht und so einen schnellen Wissenstransfer von der Laborbank ans Krankenbett ermöglicht. Dadurch lassen sich völlig neue Muster und Zusammenhänge aufdecken, die in der Therapie und Medikamententwicklung berücksichtigt werden können. Ausgangspunkt der Entwicklung war die Herausforderung in der klinischen Patientendiagnose, komplexe molekularbiologische Forschungsergebnisse direkt für Therapien nutzbar zu machen. Für diese Aufgaben bieten Wissensmanagementplattformen wie die vorgestellte Lösung vollkommen neue Möglichkeiten.
Die Zukunft des Gesundheitswesens
Neben den Kurzvorträgen der Innovatoren geben international renommierte Branchenexperten Auskunft über die Zukunft des Gesundheitswesens. So auch C. Peter Waegemann, Geschäftsführer des Medical Records Institutes in Boston und vom US-Magazin HealthLeaders zu einer der 20 einflussreichsten eHealth Persönlichkeiten gewählt, sowie Uwe Pöttgen, CIO der Asklepios Klinken.
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