Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung 2007 – Überschuss von rund 1,8 Mrd. Euro
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04.03.2008
Quelle: BMG
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Steigende Beschäftigtenzahlen sowie zwischenzeitlich vereinbarte und noch anstehende Tarifabschlüsse wirken sich erst mit zeitlicher Verzögerung positiv auf die Einnahmeentwicklung der Krankenkassen aus und werden voraussichtlich dazu führen, dass die Grundlohnzuwächse der Krankenkassen in 2008 höher liegen werden als in 2007. Die für die Einnahmeentwicklung relevanten Tarifabschlüsse begannen häufig erst in der 2. Jahreshälfte 2007 zu wirken und weitere große Tarifbereiche sind noch im Verhandlungsstadium.
Einen deutlichen Zuwachs gab es 2007 bei den Beitragseinnahmen aus geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rd. 8 v.H. gestiegen sind.
Differenzierte Entwicklungen auf der Ausgabenseite
Die Entwicklung der Ausgaben ist in den einzelnen Leistungsbereichen sehr unterschiedlich verlaufen.
Der Anstieg der Arzneimittelausgaben von 6,7 v.H. (ohne Impfkosten) ist zu einem Teil auf die Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 v.H. zum 1. Januar 2007 zurückzuführen. Ohne diesen Sonderfaktor hätte der Zuwachs rd. 4 v.H. betragen. Im Arzneimittelbereich ist die konsequente Nutzung von Einsparmöglichkeiten durch Rabattverträge, die das GKV-WSG eröffnet hat, weiterhin besonders geboten. Eine wirksame Steuerung der Arzneimittelausgaben darf sich allerdings nicht auf die erfolgreiche Ausschöpfung von Preissenkungsspielräumen beschränken. Vielmehr sollten auch die verbesserten Möglichkeiten zur Kosten-Nutzen-Bewertung vor allem bei Arzneimitteln mit geringem therapeutischen Zusatznutzen genutzt und überflüssige Arzneimittelverordnungen vermieden werden.
Der moderate Anstieg bei den Krankenhausausgaben in 2007 von 0,6 v.H. je Mitglied ist vor dem Hintergrund deutlicher Zuwächse von jeweils rd. 3 v.H. in den Jahren 2005 und 2006 zu relativieren. Der absolute Zuwachs der Krankenhausausgaben lag mit 1,1 v.H. (ca. 550 Mio. Euro) um einiges höher. Hier ist sicherlich zu beachten, dass Ausgabenzuwächse von rd. 10 v.H. je Mitglied bei häuslicher Krankenpflege und ein Ausgabenzuwachs von 41 v.H. je Mitglied bei integrierter Versorgung erheblich zu Entlastungen der Krankenhäuser beigetragen haben. Bei den Zuwächsen von 550 Mio. Euro ist der mit dem GKV-WSG eingeführte Sparbeitrag der Krankenhäuser für das Jahr 2007 bereits ausgabenmindernd berücksichtigt.
Der Zuwachs von 3,3 v.H. je Mitglied bei den Ausgaben für ambulante ärztliche Behandlung geht ähnlich wie im vergangenen Jahr deutlich über den Zuwachs der beitragspflichtigen Einnahmen der Krankenkassen hinaus und ist der höchste Anstieg, der in diesem Leistungsbereich seit 1994 zu verzeichnen war. Der Anstieg ist maßgeblich von einem Zuwachs von 5,8 v.H. in den neuen Ländern geprägt. Diese Entwicklung deutet wie bereits im vergangenen Jahr auf eine erhebliche Verbesserung der Honorarsituation der Ärzte hin, zumal die zusätzlichen vergüteten Ausgaben für ärztliche Früherkennungsuntersuchungen einen Anstieg von 5,7 v.H. aufweisen. Durch die Honorarreform im Bereich der vertragsärztlichen Vergütung wird sich die wirtschaftliche Situation in den Arztpraxen in den nächsten Jahren weiter deutlich verbessern.
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