Lauterbach fordert SPD zum Stopp des Gesundheitsfonds auf
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06.03.2008
Quelle: Bündnis 90/Die Grünen
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Zu der Äußerung des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, der
Gesundheitsfonds sei so überflüssig wie eine Autobahnbrücke ohne
Autobahn sowie dem wiederholten Sträuben der CSU erklärt Birgitt Bender, gesundheitspolitische Sprecherin:
Wo Karl Lauterbach recht hat, hat er recht. Der Gesundheitsfonds ist
ebenso unnötig wie unsinnig. Es wird Zeit, dass die Koalition die
Notbremse zieht. Noch macht die SPD den Gesundheitsfonds mit.
Der Fonds ist ein gesundheitspolitisches Menetekel. Der drohende
Zusatzbeitrag drängt die Krankenkassen in den Wettbewerb um
Gutverdienende, die sich dieses Geld leisten können – ein hoher
allgemeiner Beitragssatz zur Vermeidung dieses Beitrages treibt
wiederum die Lohnnebenkosten hoch. Die einseitige Anbindung der
Beiträge an die Arbeitseinkommen sowie die nicht gerechtfertigte
Privilegierung der Vermögenseinkommen wird nicht aufgehoben. Der Fonds
befördert die Bürokratie und treibt die Kosten in die Höhe.
Kurzum: Der Gesundheitsfonds wird zu einer Stärkung der
Finanzierungsgrundlagen und zum Wettbewerb um gute Versorgung nichts
beitragen. Ein Risikostrukturausgleich zwischen den Kassen ist sinnvoll
und notwendig, kann aber auch ohne den Gesundheitsfonds realisiert
werden. Warum aber wird er auf 80 Krankheiten beschränkt und warum
bleiben gerade die Fälle unberücksichtigt, bei denen ein schlimmerer
Krankheitsverlauf noch verhindert werden kann? Im Ergebnis bedeutet
dies: Chronische Krankheit und nicht Gesundheit lohnt sich für die
Krankenkassen. Ein zukunftsorientiertes Gesundheitssystem sieht anders
aus. Selbst die CSU sträubt gegen den Fonds und macht gegen die
Gesundheitsministerin mobil – sie traut sich mit dieser Reformattrappe
nicht vor ihre Wählerinnen und Wähler.
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