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Vor dem Hintergrund der Veröffentlichung des "Krankenhaus Rating
Report 2008" durch das Rheinisch-Westfälische Institut für
Wirtschaftsforschung (RWI) und zur Diskussion um das von Prof. Dr. Bert
Rürup im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) aktuell
erstellte Gutachten erklärt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen
Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum:
„Noch deutlicher kann die Finanzierungsproblematik der
Krankenhäuser nicht aufgezeigt werden. Gestern legte das RWI den
„Krankenhaus Rating Report 2008“ vor. In beängstigender Weise wird
bestätigt, dass immer mehr Krankenhäuser – 2008 bereits 34 Prozent der
über 2.100 Kliniken – infolge der Deckelungspolitik der
Regierungskoalition von Insolvenz bedroht sind. Obwohl die
Krankenkassen längst saniert sind, werden aus den Kliniken über den
Sanierungsbeitrag weiterhin monatlich 20 Mio. Euro herausgezogen.
Explodierende Energie- und Sachkosten, die aktuell drohenden massiven
Tarifsteigerungen sowie die Sanierungsabgabe reißen in den
Krankenhausbereich allein für 2008 ein neues Loch der Unterfinanzierung
in Höhe von 2,2 Mrd. Euro. Trotz Inflation von inzwischen 3 Prozent und
weiter massiv steigenden Kosten werden die Vergütungen der
Krankenhäuser weiter gedeckelt.
Mit dem ebenfalls aktuell vorliegenden Gutachten des
Regierungsberaters Prof. Dr. Bert Rürup wird nun auch noch die
Unterfinanzierung bei den Investitionsmitteln der Krankenhäuser
wissenschaftlich bestätigt. Demnach haben die Länder den Kliniken im
Jahr 2006 nur noch 2,7 Milliarden Euro Investitionskosten
bereitgestellt. Dies ist zum elften Mal in Folge ein Rückgang. Im
Vergleich zu 1991 (3,6 Mrd. Euro) fuhren die Länder die
Krankenhausfinanzierung um real (minus) 44,3 Prozent zurück. Zusätzlich
zu den Milliardenlasten der Spargesetze der Koalition haben die
Krankenhäuser die Lasten der unzureichenden
Investitionsmittelausstattung der Länder zu tragen.
Beide Gutachten unterstreichen: Die Belastungsschraube
ist überdreht, die medizinische Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser
ist gefährdet. Patienten und Mitarbeiter sind Belastungen ausgesetzt,
die nicht weiter steigerbar sind. Kein Verständnis haben die
Krankenhäuser für ein ‚Schwarzer-Peter-Spiel’ in der Politik. Bund und
Länder tragen Verantwortung. Es ist zu begrüßen, dass das BMG der
Auffassung ist, dass die Investitionsmittel auf 5 Mrd. Euro aufgestockt
werden müssen. Die Mittel kommen aber nicht bei den Investitionen an,
wenn die Krankenhäuser nicht in die Lage versetzt werden, die laufenden
Kosten zu decken.
Das kann nur gelingen, wenn die Vergütungen der
Krankenhäuser nicht länger an die Grundlohnrate gekoppelt werden,
Tarifsteigerungen gesetzlich refinanzierbar sind und die Krankenhäuser
von weiteren Kürzungen verschont bleiben. Die Verantwortung dafür liegt
in der Gesetzgebung der Bundesregierung.“
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