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Für Allergiker sind Mastzellen eher unangenehme Zeitgenossen, sind sie
doch für Rötungen, Juckreize, tränende Augen oder laufende Nasen
verantwortlich. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für
Infektionsforschung (HZI) konnten jetzt zeigen, dass Mastzellen aber
auch eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Infektionen spielen: In
ihrem Inneren sammeln sie bestimmte antibakterielle Bestandteile.
Diese
werden dann bei Feindkontakt, wie dies bei einer Infektion
der Fall ist, wie ein Netz ausgebreitet. Diese Netze erfüllen mehrere
Aufgaben: „Bakterien werden festgehalten und schließlich abgetötet“,
erklärt Dr. Eva Medina, in deren Arbeitsgruppe diese Entdeckungen
gemacht wurden. „Die Ausbreitung der Erreger verzögert sich, während weitere Immunzellen zur Bekämpfung der Infektion
herbeigerufen werden.“ Die Mastzellen überleben diese Aktion übrigens
nicht, sie opfern sich zum Wohle des Organismus. Damit beschreibt das
HZI-Team einen für diese Zellen neuen Mechanismus der
Bakterienbekämpfung, welcher in der aktuellen Ausgabe des renommierten
Wissenschaftsjournals „Blood“ veröffentlicht wurde.
Bisher hat
die Infektionsforschung Mastzellen eher stiefmütterlich behandelt. Sie
spielen eine wichtige Rolle bei Allergien und Asthma, aber man hat
ihnen nur eine geringe Rolle bei der Bekämpfung von Infektionen
zugeschrieben. Das Projekt begann, als die Forscher um Dr. Eva Medina
vor mehr als zwei Jahren sahen, dass das Wachstum von Bakterien gehemmt
ist, wenn sich in der Kulturschale auch Mastzellen befinden. Nach
dieser Beobachtung erkannten die Forscher die Besonderheit der eigenen
wissenschaftlichen Arbeiten, nämlich die netzartigen Strukturen der
Mastzellen, mit denen Bakterien gefangen und abgetötet werden. Bislang
ist eine solche Beobachtung nur für einen Zelltyp bekannt: Die
sogenannten Neutrophilen, die wichtigsten Zellen in der vordersten
Verteidigungslinie des Immunsystems.
Für ihre Erkenntnisse
brachte die Forscherin Dr. Maren von Köckritz-Blickwede aus Medinas
Arbeitsgruppe Mastzellen mit verschiedenen Erregern in Kontakt.
Anschließend untersuchte sie, wie Mastzellen die Bakterien abgetöteten.
Mittels verschiedener hochauflösender Mikroskopietechniken enthüllte
von Köckritz-Blickwede, was hinter dem beobachteten Phänomen steckt:
Die Mastzellen sterben bei dem Kontakt mit den Erregern und
verschiedene antibakterielle Proteine treten aus den Zellen. Diese
Wirkstoffe bilden nun ein Netzwerk, das schließlich für das Abtöten der
Bakterien verantwortlich ist. „Dieser neu erkannte Mechanismus für
Mastzellen mit dem sie unterschiedliche Bakterienarten bekämpfen, ist
ein weiterer wichtiger Mosaikstein zum besseren Verständnis der Immunabwehr gegen Infektionen,“ fügt Dr. Eva Medina hinzu.
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