Ernährung

Leben hat Gewicht - Gemeinsam gegen den Schlankheitswahn

Foto: photocase.comMehr als jedes fünfte Kind zwischen 11 und 17 Jahren leidet nach den jüngsten Daten des Kinder- und Jugend-Gesundheitssurveys (KIGGS) unter Symptomen einer Essstörung. Das sind 1,4 Millionen junge Menschen. 56 % Prozent der 13- bis 14Jährigen wollen nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dünner sein. 63 % Prozent sagen, dass sie gerne besser aussehen würden.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Bundesjugendministerin Ursula von der Leyen und Bundesforschungsministerin Annette Schavan stellten im Dezember 2007 ihre Initiative gegen den Schlankheitswahn in Berlin vor. Die Initiative „Leben hat Gewicht“ wird gemeinsam mit Persönlichkeiten aus Mode, Werbung, Kultur, Sport durchgeführt.

Die beteiligten Ministerien sehen folgende Maßnahmen vor:

• Essstörungen werden im Rahmen eines Aktionsplans der Bundesregierung zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht thematisiert. Er wird gemeinsam mit den Ländern und Kommunen erarbeitet und im Frühjahr 2008 beschlossen.

• Der 13. Kinder- und Jugendbericht, der bis Ende 2008 im Auftrag der Bundesregierung erstellt wird, rückt das Thema Gesundheit erstmals in den Mittelpunkt der Kinder- und Jugendpolitik.

• Essstörungen haben verschiedene Ursachen. Mit der Mode- und Werbebranche werden Gespräche mit dem Ziel geführt, mittelfristig konkrete Vereinbarungen bis hin zu Selbstverpflichtungen zu treffen.

• Wir wollen die jungen Menschen in ihrem Alltag erreichen. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht die Aufklärung. Prävention von Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie gehört in die Schule, in die Jugendarbeit, in die Sportvereine, in die Gespräche zwischen Arzt und Patient.

• Dem Sport in einem bundesweiten Netz von über 90.000 Sportvereinen kommt ebenfalls eine wichtige Rolle zu, junge Menschen zu erreichen.


• Das Bundesgesundheitsministerium wird 2008 die Selbsthilfe bei Essstörungen durch ein Modellprojekt stärken. Dafür werden in den kommenden drei Jahren rund eine Viertel Million Euro zur Verfügung gestellt.

• Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesfachverband Essstörungen und der Barmer Ersatzkasse bundesweit die verschiedenen Beratungsangebote bewerten und damit den Betroffenen eine Entscheidungsgrundlage geben.

• Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert derzeit Forschungsprojekte zum Thema Essstörungen mit mehr als 7 Millionen Euro.

Soweit ein Auszug aus dem Maßnahmenplan. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bmg.bund.de, www.bmfsfj.de, www.rki.de oder www.bmbf.de sowie www.bzga-essstörungen.de.


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