| Montag, 06. Oktober 2008 |
Mehr als jedes
fünfte Kind zwischen 11 und 17 Jahren leidet nach den jüngsten Daten des
Kinder- und Jugend-Gesundheitssurveys (KIGGS) unter Symptomen einer Essstörung.
Das sind 1,4 Millionen junge Menschen. 56 % Prozent der 13- bis 14Jährigen
wollen nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
dünner sein. 63 % Prozent sagen, dass sie gerne besser aussehen würden.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Bundesjugendministerin Ursula von der Leyen und Bundesforschungsministerin Annette Schavan stellten im Dezember 2007 ihre Initiative gegen den Schlankheitswahn in Berlin vor. Die Initiative „Leben hat Gewicht“ wird gemeinsam mit Persönlichkeiten aus Mode, Werbung, Kultur, Sport durchgeführt.
Die beteiligten
Ministerien sehen folgende Maßnahmen vor:
• Essstörungen werden im Rahmen eines Aktionsplans der Bundesregierung zur
Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht thematisiert. Er
wird gemeinsam mit den Ländern und Kommunen erarbeitet und im Frühjahr 2008
beschlossen.
• Der 13. Kinder- und Jugendbericht, der bis Ende 2008 im Auftrag der
Bundesregierung erstellt wird, rückt das Thema Gesundheit erstmals in den
Mittelpunkt der Kinder- und Jugendpolitik.
• Essstörungen haben verschiedene Ursachen. Mit der Mode- und Werbebranche
werden Gespräche mit dem Ziel geführt, mittelfristig konkrete Vereinbarungen
bis hin zu Selbstverpflichtungen zu treffen.
• Wir wollen die jungen Menschen in ihrem Alltag erreichen. Im Mittelpunkt
aller Bemühungen steht die Aufklärung. Prävention von Essstörungen wie
Magersucht oder Bulimie gehört in die Schule, in die Jugendarbeit, in die
Sportvereine, in die Gespräche zwischen Arzt und Patient.
• Dem Sport in einem bundesweiten Netz von über 90.000 Sportvereinen kommt
ebenfalls eine wichtige Rolle zu, junge Menschen zu erreichen.
• Das Bundesgesundheitsministerium wird 2008 die Selbsthilfe bei Essstörungen
durch ein Modellprojekt stärken. Dafür werden in den kommenden drei Jahren rund
eine Viertel Million Euro zur Verfügung gestellt.
• Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird in Zusammenarbeit mit
dem Bundesfachverband Essstörungen und der Barmer Ersatzkasse bundesweit die
verschiedenen Beratungsangebote bewerten und damit den Betroffenen eine
Entscheidungsgrundlage geben.
• Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert derzeit Forschungsprojekte
zum Thema Essstörungen mit mehr als 7 Millionen Euro.
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Soweit ein Auszug aus dem Maßnahmenplan. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bmg.bund.de, www.bmfsfj.de, www.rki.de oder www.bmbf.de sowie www.bzga-essstörungen.de.