Ernährung

Die neue Lust am Inszenieren der Esskultur

Foto: aboutpixel.deHeute, ab 12.15 Uhr, ARD Buffet: Vincent Klink kocht. Danach „Küchenschlacht"„Das Perfekte Dinner", „Unter Volldampf", „Zu Tisch in den Waldkaparten", „Lafer, Lichter, Lecker", „Jamie at Home". Essen liegt absolut im Trend.

Essen ist längst viel mehr als nur Nahrungsaufnahme
Im 21. Jahrhundert beschäftigen wir uns mit Essen, um uns auszudrücken, darzustellen, abzugrenzen. Und entdecken dabei Essen und Trinken als Gemeinschaft- und sinnstiftende Sozialfaktoren wieder.

Wir-Gefühl vor dampfenden Tellern

Je abstrakter und unsinnlicher die Arbeit wird, je flexibler und individueller wir Leben und Beziehungen organisieren müssen, desto mehr kompensieren wir dies durch Ess-Events jeglicher Couleur. Speziell der mangelnde Faktor Zeit, lässt unsere Erwartungen an das Kochens am Wochenende und das seltene gemeinsame Essen steigen. Es entsteht so ein neues Wir-Gefühl, dass uns im Alltag zwischen Convenience und AH-Gastronomie abhanden gekommen ist.

Die Inszenierung des Essens

Diese Ent-Traditionalisierung der Esskultur führt zu einem neuen Bedürfnis nach Verortung, sozialem Miteinander und Zeremonie und bildet damit den Grundstein für Lebensmittel als Erlebnis-Mittel. Und genau der Akt der Inszenierung steht dann im Mittelpunkt des Ereignisses und weniger die Nahrungsaufnahme als solche.

Wie man an der neuen Lust am Inszenieren profitieren kann

Ersatzbefriedigung schaffen da Inszenierungsevents wie Dinnershows, TV-Kochsendungen oder die unendliche Welt des Internets mit Food-Weblogs, Kochbuch-Seiten und anderen Informationsseiten rund um Küche, Kochkultur und Kulinaristik.

  • Sen-satt-ion trotz und gerade wegen des Megatrends Individualisierung: Der Wunsch nach Zugehörigkeit, Support und Freundschaft wird in den nächsten Jahren neue Formen von kommunikativer Gastronomie hervorbringen.

  • Sen-satt-ion und die Märkte der Teilhabe: Während die P2P-Businesses mit T-Shirts, Geld oder Musik boomen, ist der Bereich Food noch relativ unerschlossen. Die zahlreichen Rezeptforen und Food-Weblogs zeigen, welch soziales Potenzial das Internet bietet.

  • Sen-satt-ion heißt auch Neuer Luxus: Die neuen Bedürfnisse der Konsumenten nach Genuss lassen in Zukunft kommunikative, soziale und kulinarische Faktoren bei der Wahl der Freizeitgestaltung ausschlaggebend werden.

  • Sen-Satt-ion ist die Creative Society: Der Aufstieg der Kreativen Klasse lässt Angebote boomen, die Inspiration und Input auf mehreren intellektuellen wie sensuellen Ebenen liefern - visuell, aktuell, olfaktorisch und gustatorisch.



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