Dienstag, 14. Oktober 2008
 

Nationale Verzehrstudie – Über die Hälfte der Erwachsenen ist übergewichtig.

22.03.2008 Quelle: BMELV   

Foto: BMELVZwischen Gesundheit und Ernährungsgewohnheiten bestehen deutliche Zusammenhänge. Wie sich die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ernähren und wie sich ihr Ernährungsverhalten auswirkt, wurde jetzt zum ersten Mal bundesweit untersucht. Das Ergebnis: Über die Hälfte der Erwachsenen ist übergewichtig.

Bundesweite Umfrage

Zwischen November 2005 und Januar 2007 wurden bundesweit fast 20.000 Personen zwischen 14 und 80 Jahren zu ihrem Lebensmittelverzehr befragt. Es wurden Daten zum Ernährungswissen, Einkaufsverhalten, den Kochfertigkeiten und vieles mehr rund um die Ernährung erhoben. Des Weiteren wurden Körpergröße und -gewicht, Angaben zur körperlichen Aktivität und weitere Lebensstilfaktoren ermittelt. Vor 20 Jahren wurde schon einmal eine Nationale Verzehrsstudie erhoben. Die Ergebnisse der ersten Nationalen Verzehrsstudie (NVS I) bezogen sich aber nur auf die alten Bundesländer.

Über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist übergewichtig

Die neue Studie belegt, dass auch in Deutschland immer mehr Bürgerinnen und Bürger Probleme mit ihrem Gewicht haben. 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen sind übergewichtig. Jeder Fünfte ist adipös und damit gefährdet an Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes zu erkranken. Während der Anteil übergewichtiger junger Erwachsener in den letzten zehn Jahren deutlich anstieg, sank bei den Frauen über 30 Jahren der Anteil Übergewichtiger im gleichen Zeitraum je nach Altersgruppe um bis zu acht Prozent.

Risikofaktoren werden unterschätzt

Doch nicht nur das Körpergewicht, sondern auch Art und Weise der Ernährung wirken sich auf das Wohlbefinden aus. Die Risikowahrnehmung in der Bevölkerung ist jedoch eine andere: Zwar werden die Lebensmittel allgemein als sehr sicher beurteilt. Aber auf die Frage nach den Risiken in Verbindung mit der Ernährung liegen Rückstände von Pestiziden, verdorbene Lebensmittel sowie Hormon- und Tierarzneimittelrückstände bei drei Viertel der Befragten ganz vorn. Eine einseitige Ernährung, zuviel Essen und zuwenig Bewegung erscheint den meisten weniger riskant, obgleich hier die weitaus größeren Gefahren für die eigene Gesundheit liegen.

Aktionsplan Ernährung und Bewegung

"Hier müssen wir uns mehr aufklären und den Bürgerinnen und Bürgern deutlich machen, was sie selbst tun können, um ihre eigene Gesundheit zu fördern und zu erhalten", sagte Bundesminister Horst Seehofer bei der Vorstellung der Studie am 30. Januar in Berlin. Das BMELV wird mit dem Nationalen Aktionsplan Ernährung und Bewegung, einem Gemeinschaftsprojekt von Bund, Ländern und Kommunen, auf die Ergebnisse der Studie reagieren.

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