| Dienstag, 14. Oktober 2008 |
Zwischen
Gesundheit und Ernährungsgewohnheiten bestehen deutliche Zusammenhänge. Wie
sich die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ernähren und wie sich ihr
Ernährungsverhalten auswirkt, wurde jetzt zum ersten Mal bundesweit untersucht.
Das Ergebnis: Über die Hälfte der Erwachsenen ist übergewichtig.
Bundesweite Umfrage
Zwischen November 2005 und Januar 2007 wurden bundesweit fast 20.000 Personen zwischen 14 und 80 Jahren zu ihrem Lebensmittelverzehr befragt. Es wurden Daten zum Ernährungswissen, Einkaufsverhalten, den Kochfertigkeiten und vieles mehr rund um die Ernährung erhoben. Des Weiteren wurden Körpergröße und -gewicht, Angaben zur körperlichen Aktivität und weitere Lebensstilfaktoren ermittelt. Vor 20 Jahren wurde schon einmal eine Nationale Verzehrsstudie erhoben. Die Ergebnisse der ersten Nationalen Verzehrsstudie (NVS I) bezogen sich aber nur auf die alten Bundesländer.
Über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist übergewichtig
Die neue
Studie belegt, dass auch in Deutschland immer mehr Bürgerinnen und Bürger
Probleme mit ihrem Gewicht haben. 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der
Frauen sind übergewichtig. Jeder Fünfte ist adipös und damit gefährdet an
Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes zu erkranken. Während der Anteil
übergewichtiger junger Erwachsener in den letzten zehn Jahren deutlich anstieg,
sank bei den Frauen über 30 Jahren der Anteil Übergewichtiger im gleichen Zeitraum
je nach Altersgruppe um bis zu acht Prozent.
Risikofaktoren werden unterschätzt
Doch nicht nur das Körpergewicht, sondern auch Art und Weise der Ernährung
wirken sich auf das Wohlbefinden aus. Die Risikowahrnehmung in der Bevölkerung
ist jedoch eine andere: Zwar werden die Lebensmittel allgemein als sehr sicher
beurteilt. Aber auf die Frage nach den Risiken in Verbindung mit der Ernährung
liegen Rückstände von Pestiziden, verdorbene Lebensmittel sowie Hormon- und
Tierarzneimittelrückstände bei drei Viertel der Befragten ganz vorn. Eine
einseitige Ernährung, zuviel Essen und zuwenig Bewegung erscheint den meisten
weniger riskant, obgleich hier die weitaus größeren Gefahren für die eigene
Gesundheit liegen.
Aktionsplan Ernährung und Bewegung
"Hier müssen wir uns mehr aufklären und den Bürgerinnen und Bürgern deutlich machen, was sie selbst tun können, um ihre eigene Gesundheit zu fördern und zu erhalten", sagte Bundesminister Horst Seehofer bei der Vorstellung der Studie am 30. Januar in Berlin. Das BMELV wird mit dem Nationalen Aktionsplan Ernährung und Bewegung, einem Gemeinschaftsprojekt von Bund, Ländern und Kommunen, auf die Ergebnisse der Studie reagieren.
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