Freitag, 21. November 2008
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Die Regionale Gesundheitsagentur - Kathedrale der Regionalen Gesundheitsversorgung

07.04.2008 Quelle: Wolfgang George   

Aller Orten fehlt es an verständlicher und leicht zugänglicher Information

Die Menschen einer Stadt, einer Region brauchen einen Ort an dem sie zuverlässig über die Gesundheitsdienstleistungen ihres Lebensraumes informiert werden. Einen Ort wohin sie sich im Fall von Erkrankung, anstehender Gesundheitsvorsorge oder bestehender Angebote zur Betreuung älterer Menschen wenden können. Ergänzend zu den Angeboten ihres Arztes oder Leistungserbringers im Gesundheitswesen. Dies muss an einem Ort sein, der leicht zu erreichen ist, indem man aufmerksam uns fachorientiert beraten wird. Ein Ort indem man -- wenn es gewünscht wird -- geschützt sprechen kann und in welchem die eigene Souveränität der Willens- und Entscheidungsbildung grundsätzlich respektiert und gefördert wird. Hier muss auf Informationen von Leistungsanbietern, Krankenkassen, Selbsthilfe und anderen für die Gesundheit und Genesung handelnden Einrichtungen Zugriff genommen werden können.

Die zeitgemäße Antwort lautet Regionale Gesundheitsagentur

Dabei ist es in Zeiten des Internets klar, dass es dessen Lösungsformat ist, auf welches zur Anwendung gebracht wird. Nahezu jede Information ist jederzeit verfügbar und kann mit sehr geringem Aufwand -- an beliebigen Ort -- abgerufen und verwendet werden.

Notwendig ist gleichwohl die Möglichkeit der persönlichen Ansprache. Als Informationsmakler können nur Personen handeln, die sich ebenso mit den zu berücksichtigenden Qualitäts- und Anwendungsstandards des Mediums und deren Anwender auskennen, als dass sie auch „gute Berater" sein müssen, welche die Informationssuchenden entlang deren Ziele, Fähigkeiten und Bedürfnissen unterstützen und kommunizieren. Nur wenn dies gelingt, kann aus den Informationen des Internets (aber auch aus anderen Informationsquellen) handlungsrelevantes Patienten bzw. Bürgerwissen entstehen. Ein anspruchsvoller, gleichwohl durchaus realistischer Zielanspruch.

Neben der leicht zugänglichen Lage - am besten im Fußgängerbereich (a) --, verwendeten Technik (b), Öffnungszeiten, die sich an den umgebenden Ladengeschäften orientieren (c), der zuletzt benannten Kunden- bzw. Bürgerorientierung (c), muss sich der Gesamtauftritt der Beratungsstelle transparent und zeitgemäß darstellen (d): am ehesten entspricht dieser dem Bild einer modernen Agentur oder Bank. Es ist kein weiter Weg, sich solch einen Ort der Information und Beratung als Ausgangspunkt einer gezielten Zusammenführung der örtlichen Dienstleister und Handelnden -- rund um das Handlungsfeld Gesundheitswesens -- zu sehen. Woanders sollte der Aufbau einer „Regionalen Gesundheitsversorgung " erfolgversprechender initiiert werden?

 


Definition Regionale Gesundheitsversorgung (RGV): Unter RGV werden all diejenigen koordiniert vorgetragenen Aktivitäten einer Region oder auch Stadt verstanden, die dem Ziel dienen die gesundheitliche Versorgungsqualität (a), die Lebensqualität der Betroffenen (b) und die Attraktivität einer Region (c) bestmöglich zu organisieren. Dabei wird eine Praxis gewählt, die sich zusätzlich auch an dem Kriterium ökonomischer Fitness gegenüber zentral vorgetragenen Versorgungsstrategien orientiert (d).


 

Über die verschieden Versorgungsstufen und unterschiedliche Professionen kann eine -- Schritt für Schritt -- sowohl Laien als auch professionelle Angebote einbindende Versorgungspraxis entwickelt werden.

Angebote der Regionalen Gesundheitsagentur

Man braucht erneut nicht viel Phantasie um sich vorstellen zu können, welche Leistungen und Angebote -- neben den Informations- und Beratungsleistung -- noch in dieser „Regionalen Gesundheitsagentur" entstehen. So ist die allseits, berechtigt geforderte, konsequente Orientierung an den Möglichkeiten der Prävention hier ebenso gesetzt, wie solche die sich an der Verbesserung der betrieblichen, schulischen und kommunalen Gesundheitserhaltung orientieren.

Ganz sicher muss die Regionale Gesundheitsagentur weitgehend unabhängig - allemale von undurchsichtigen finanziellen -- Fremdinteressen sein. Wie kann diese Voraussetzung erreicht werden, wenn doch die dazu Aufgeforderten nur all zu oft an diesem Anspruch gescheitert sind? Gelingen kann dies, indem das Kriterium der Qualitätsorientierung zum ultimativen Kriterium des Beratungsprozesses erhoben wird. Darüber hinaus muss die Trägerschaft ebenso wie der Betrieb solch einer „Regionalen Gesundheitsagentur" transparent darstellbar sein (a), Partizipationsmöglichkeiten für Bürger (b), die Kommune (c) und unterschiedliche Leistungsanbieter müssen ermöglicht werden (d).

Man kann sich vorstellen, dass nicht jeder - insbesondere unter den gegenwärtig Handelnden des Gesundheitswesens - gleich begeistert über die Einrichtung solch einer „Regionalen Beratungsagentur" sein sollte. Die Richtung der kritischen Einwände und die vorgebrachten Arguments ist dabei leicht vorhersagbar: "Sie sind keine Experten..............., die Dinge sind viel zu kompliziert................, die Empfehlungskriterien sind ungültig.........., etc."

 

Indes ist es zum Maßstab aller verantwortlich Handelnden geworden:

  • auf Transparenz zu achten,
  • allgemein akzeptierter Qualitätsstandards zu berücksichtigen,
  • die Orientierung an den Zielen der Bürger zu suchen,
  • und der Bereitschaft und Methode zu lernen.

 

Nähere Informationen unter:

  • W. George / M. Bonow (Hrsg): Regionales Zukunftsmanagement Band 1: Gesundheitsversorgung, Pabst Publisher, Lengerich 2007

 

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