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Ayurveda gilt als das älteste ganzheitliche Heilsystem der Menschheit, ist von der WHO als Naturheilkunde anerkannt und ist erstrangig als ein präventives medizinisches System zu verstehen, das den Menschen gesund erhält und Krankheit zu vermeiden sucht.
Wo liegen die Wurzeln des Ayurveda?
Das Wissen des Ayurveda entstammt der vedischen Hochkultur. Es wurde
über einen langen Zeitraum in Sanskrit, der indischen Gelehrtensprache,
mündlich überliefert, ehe in der Zeit um und nach Christi Geburt
umfassende ayurvedische Kompendien entstanden.
Wer darf Ayurveda als medizinische Behandlung in Deutschland anwenden?
Um als Ayurveda-Arzt in Deutschland zugelassen zu sein, ist ein
schulmedizinisches Studium Voraussetzung. Danach liegt es beim Arzt,
wie er sich das Wissen um den Ayurveda aneignet. Ein- bis zweijährige
Studienaufenthalte in Indien zählen zu den profundesten ärztlichen
Ayurveda Ausbildungen im deutschsprachigen Raum. Manche Ärzte
absolvieren in Deutschland, Österreich oder der Schweiz
Ayurveda-Seminare oder besuchen zu bestimmten Krankheitsbildern
Fachseminare.
Der Begriff Ayurveda-Arzt ist bisher nicht geschützt.
Was unterscheidet Ayurveda so sehr von der Hochschulmedizin?
Ayurveda rückt den gesamten Menschen in das Blickfeld. Dazu gehören
Körper und Geist als eine Einheit, die Seele, individuelle
Lebensumstände und die Umwelt.
Die Basis bildet für das Individuum seine Prakriti, die Konstitution
bei Geburt, die der Arzt ermittelt. Wenn sich das aktuelle Befinden von
der Prakriti entfernt, und das ist aufgrund der Lebensumstände bei
vielen Menschen der Fall, spricht man von Vikriti. Nun spielen die drei
Doshas Vata, Pitta und Kapha eine Rolle. Diese drei Bioenergien sind in
jedem Menschen vorhanden, jedoch in unterschiedlichen Proportionen.
Das alles macht die Bestimmung des Konstitutionstypus sehr kompliziert und setzt Erfahrung voraus.
Welche Bedeutung haben die "Doshas"?
Vata, Pitta und Kapha bestehen aus den fünf Elementen, die den Kosmos,
ebenso wie den menschlichen Körper bilden: Vata aus Raum und Luft,
verkörpert das Element Bewegung; Pitta aus Feuer und einem kleinem
Anteil Wasser, verkörpert die Veränderung; Kapha aus Wasser und Erde,
verkörpert die Beständigkeit.
Darüber hinaus sind den drei Doshas auch geistige und emotionale
Zustände zugeordnet und, einer der Grundpfeiler des Ayurveda überhaupt,
die Eigenschaften von Nahrungsmitteln.
Die Ernährung ist im Ayurveda so bedeutend, da sie dem Körper zuführt,
woraus er sich bildet. Buchstäblich trifft hier zu: "Der Mensch ist,
was er ißt".
Alle drei Doshas finden Entsprechung im gesamten Organismus, in der
Körpergestalt und äußerlichen Merkmalen, sowie in Verhalten und
Krankheitsbildern.
Mittels verschiedener Diagnoseverfahren, wie Anamnese, Zuordnung
genannter körperlicher Merkmale, Zungendiagnose und der hohen Kunst der
Pulsdiagnose diagnostiziert der Ayurveda-Arzt unter Einbeziehung der
Symptome das Ungleichgewicht der Doshas.
Heute werden in Krankheitsfällen durchaus Blutwerte oder andere
konsiliarische internistische Berichte hinzugezogen.
Danach folgt die Einleitung von therapeutischen Maßnahmen zur
Wiedererlangung der Balance der Tridoshas. Diese bestehen unter anderem
aus angepasster Ernährung, Ölanwendungen, Schwitzbädern, medikamentösen
Verabreichungen, Entgiftung des Körpers (Pancakarma = 5 Handlungen).
Die Stärken des Ayurveda
Ayurveda ist ein ganzheitliches System seinen Körper, Geist und Seele zu pflegen und möglichst vor Krankheit zu schützen.
Ist es zu einer Krankheit gekommen, verfügt die Ayurvedamedizin über
ein breites Spektrum an Therapien. Ihre Stärken liegen in der
Behandlung einiger chronischer Krankheiten, wie Asthma, Diabetes,
Migräne, Bluthochdruck und Neurodermitis.
Nach Operationen hilft eine medizinische Ayurvedabehandlung den Körper
mittels der Ausscheidung von Giften zu entlasten und trägt damit
wesentlich zu einer Rekonvaleszenz bei.
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