|
Seite 2 von 2 Bei regional operierenden
Krankenkassen lag die Spanne zwischen 11,8 und 15,8 Prozent. Wechselt ein
Beschäftigter zu einer günstigeren Kasse, kann er den
Krankenversicherungsbeitrag derzeit um bis zu ein Viertel drücken. Aufs Jahr
2008 gerechnet kommen so bei einem Arbeitnehmer, der den Höchstbeitrag zahlt,
1.728 Euro zusammen. Weil sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die
Beitragsentlastung teilen, fließen in diesem Fall 864 Euro direkt in die
private Kasse, um den gleichen Betrag sinken auch die Lohnnebenkosten.
Gesundheitsfonds
2009: Einheitlicher Satz
Doch die Versicherten haben nur bis Ende des Jahres Gelegenheit, über ihre
Kassenwahl die Höhe des Beitragssatzes zu beeinflussen. Im November legt das
Bundesgesundheitsministerium einen einheitlichen Satz fest, der ab dem Start
des Gesundheitsfonds 2009 für alle Mitglieder gilt.
Das hat
weitreichende Folgen, vor allem für solche Unternehmen, deren Mitarbeiter sich
bisher bei der Wahl ihrer Kasse kostenbewusst verhalten haben. Denn der
einheitliche Beitragssatz wird sich am Durchschnitt orientieren; er würde also
ohne Arbeitnehmersonderbeitrag genau 14 Prozent betragen. Die Arbeitgeber
müssen dann für jeden gesetzlich Versicherten 7 Prozent abführen – egal
an welche Kasse. Das sind rund anderthalb Prozentpunkte mehr als im momentan
günstigsten Fall. Aufgrund der kassenindividuell festgelegten Beitragssätze
kommen die Arbeitgeber heute bestenfalls mit 5,45 bzw. 5,55 Prozent davon
(Grafik). Die Folge des ab 2009 gültigen Fonds: Bei
einem einheitlichen Satz verteuert sich der Arbeitgeberbeitrag zur
Krankenversicherung pro Jahr um bis zu 670 Euro.
Einsparungen durch neue
Vertragsmodelle etwa in Form von Beitragsrückerstattungen, Bonifikationen und
Co. kommen dann nur noch den Arbeitnehmern zugute. Der Arbeitgeber bleibt auf
dem Einheitsbeitrag sitzen.
Doch auch für Versicherte könnte es zu einem bösen Erwachen kommen. Wer heute
den niedrigsten Beitrag zahlt, muss künftig wie die Arbeitgeber 1,55
Prozentpunkte mehr abführen. Dadurch steigt auch der Arbeitnehmeranteil um bis
zu 670 Euro pro Jahr. Hat der Beschäftigte Pech und muss – weil seine
Kasse schlecht wirtschaftet – noch einen Malus von 1 Prozentpunkt
bezahlen, berappt er aufgrund des Gesundheitsfonds 1.102 Euro mehr für seine
Krankenversicherung. Da ist es für ihn lediglich ein schwacher Trost, dass er
seine Kassenbeiträge durch Wahltarife um bis zu 900 Euro pro Jahr senken kann.
Die bislang weniger kostenbewussten Versicherten, die phlegmatisch in Kassen
mit hohen Beitragssätzen verharren, werden dagegen durch den niedrigeren
durchschnittlichen Beitragssatz belohnt – umgekehrt wäre es sinnvoll.
Diesen Beitrag diskutieren... (0 Beiträge)
<< Anfang < Vorherige 1 2 Nächste > Ende >>
|