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Neue Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung über Therapieangebote
Angesichts
einer hohen Anzahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher (rund 15 Prozent),
von denen 6 Prozent unter starkem Übergewicht (Adipositas) leiden, besteht ein
hoher Präventions- und Behandlungsbedarf.
In diesem
Zusammenhang stellt sich die Frage nach den Therapieangeboten. Um einen
Überblick über die aktuelle Versorgungslage und die Qualität der in Deutschland
angebotenen Maßnahmen zu erhalten, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung (BZgA) eine bundesweite Bestandsaufnahme einschlägiger Angebote für
Kinder und Jugendliche in Auftrag gegeben. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse
sollen zu einer besseren Orientierung der behandelnden und beratenden
Fachpersonen beitragen und dadurch auch den betroffenen Kindern und
Jugendlichen und ihren Eltern dienen. Die Studie ist als Band 8 der
Fachheftreihe „Gesundheitsförderung Konkret" der BZgA
veröffentlicht.
Die vom Universitätsklinikum Eppendorf (UKE, Hamburg) durchgeführte Studie hat
492 Einrichtungen erfasst, die eine Therapie für übergewichtige Kinder und
Jugendliche anbieten. Insgesamt ist deutschlandweit von rund 700 Institutionen
auszugehen. Die Studienergebnisse zeigen, dass zwei Drittel der Einrichtungen
ambulant arbeiten. Dabei handelt es sich um Angebote, die die Kinder und
Jugendlichen ein- bis dreimal pro Woche aufsuchen und ansonsten den gewohnten
Alltag in ihrer Familie verbringen. Knapp 20 Prozent der Einrichtungen sind
stationäre Maßnahmen, in denen die Betroffenen über mehrere Wochen auch über
Nacht bleiben. Die restlichen Angebote sind gemischte Formen und Maßnahmen, die
in Kindergärten, Schulen und Sportvereinen stattfinden.
Zu den größten Anbietern in der Adipositastherapie von jungen Menschen gehören
Kliniken und Ernährungsberatungsstellen. Psychotherapeutische Praxen,
Gesundheitsämter, Sportvereine, Krankenkassen, sozialpädiatrische Zentren sowie
Kinder- und allgemeinärztliche Praxen halten nur wenige Angebote vor.
Die Qualität der Angebote wurde anhand von Qualitätskriterien ermittelt, die
zuvor in einem intensiven Austausch zwischen dem Bundesministerium für
Gesundheit, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und den führenden
Fachgesellschaften und Wissenschaftlern entwickelt wurden. Die Studie zeigt
deutliche Defizite in der Qualität der Angebote.
So
erfüllen nur etwa 51 Prozent der Maßnahmen die zugrunde gelegten
Qualitätsmerkmale. Insgesamt weisen stationäre Angebote die höchste Qualität
auf, gefolgt von teilstationären und ambulanten Maßnahmen, wobei es bei allen
Versorgungstypen gute und schlechte Maßnahmen gibt. Die Kosten der jeweiligen
Maßnahme weisen nur einen geringen Zusammenhang zur Qualität auf. Konkret heißt
das, dass es teure Maßnahmen mit geringer Qualität und preiswerte Maßnahmen mit
guter Qualität gibt.
Angesichts dieses Ergebnisses hat die BZgA zusammen mit den Mitgliedern der
Forschungsgruppe Empfehlungen für die qualitative Verbesserung der
Versorgungslage entwickelt. In einem nächsten Schritt sollen diese
Optimierungsempfehlungen mit Fachleuten aus verschiedenen Fachbereichen und mit
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Praxis darauf hin geprüft
werden, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungslage im konkreten Fall
wie umgesetzt werden können.
Für alle Ratsuchenden, Eltern wie Fachkräfte, hat die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung den Leitfaden „Übergewicht bei Kindern und
Jugendlichen - So finden Sie ein gutes Programm" entwickelt, das
umfangreiche Informationen und praktische Hinweise enthält und Kriterien
aufzeigt, wonach man ein gutes Programm zur Reduzierung des Übergewichts bei
Kindern und Jugendlichen findet.
„Die Versorgung übergewichtiger
und adipöser Kinder und Jugendlicher in Deutschland",
Band 8 der Fachheftreihe 'Gesundheitsförderung Konkret' der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
„Übergewicht bei Kindern und
Jugendlichen - So finden Sie ein gutes Programm" -
Ein Leitfaden für Eltern und Erziehende.
Die Informationsmaterialien sind kostenlos unter folgender Adresse zu
bestellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 51101 Köln, Fax:
0221-8992257, e-mail: order@bzga.de, Online-Bestellsystem.
Weitere Informationen zum Qualitätssicherungsprozess der BZgA in der Versorgung
übergewichtiger Kinder und Jugendlicher stehen unter www.bzga-kinderuebergewicht.de
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