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„Impfungen
schützen vor Infektionskrankheiten und zählen zu den effektivsten und
kostengünstigsten Präventivmaßnahmen der modernen Medizin. Deswegen:
Schutzimpfungen wahrnehmen! Seit der Gesundheitsreform im letzten Jahr sind
viele Impfungen Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen", erklärt
Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit, anlässlich der dritten
Europäischen Impfwoche.
Die
Konsequenzen von ungenügenden Impfquoten und Impflücken sind derzeit wieder
offenkundig: infolge des seit Monaten andauernden Masernausbruchs in der
Schweiz wurden eine Reihe von Infektionen nach Deutschland eingeschleppt und
verursachten Krankheitsausbrüche. „Masern sind eine sehr ansteckende
fieberhafte Viruserkrankung, bei der schwere Komplikationen auftreten können,
die in seltenen Fällen tödlich enden" sagt Jörg Hacker, Präsident des
Robert Koch-Instituts. So mussten im Jahr 2006 bei einem großen Masernausbruch
in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 1.500 Erkrankten rund 15 Prozent der
Patienten ins Krankenhaus.
Nur bei
hohen Impfquoten besteht die Chance, einzelne Krankheitserreger weltweit
auszurotten. Deutschland hat sich dem Ziel der Weltgesundheitsorganisation
verpflichtet, bis zum Jahr 2010 die Masern zu eliminieren. Dafür müssten 95
Prozent aller Kinder zweimal geimpft sein. Zwar sind die Impfquoten in den
vergangenen Jahren stetig gestiegen und lagen 2006 bei Schulanfängern für die
erste Masernimpfung bei 94,5 Prozent und für die zweite Masernimpfung bei 83,2
Prozent (in den alten Bundesländern 94,1 beziehungsweise 80,1 Prozent, in den
neuen Bundesländern 97,4 beziehungsweise 88,5 Prozent), aber sie sind insgesamt
noch zu niedrig, und es bestehen Lücken. Besonders groß sind die Lücken bei den
Jugendlichen. Die Kinder- und Jugendgesundheitsstudie des RKI zeigte, dass bei
rund einem Viertel aller Schüler ab elf Jahren die zweite Impfung fehlte.
Die
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert über das Thema
Impfen in allen ihren Angeboten zu Früherkennungsuntersuchungen im Kindes- und
Jugendalter (U1 bis U9 und J1), denn Früherkennungsuntersuchungen sind
gleichzeitig auch Impftermine. „Gerade die Verbesserung des Impfschutzes
in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen stellt eine große Herausforderung
dar", erklärt Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung. „Die Jugenduntersuchung J1 ist deshalb ein
wichtiges Angebot für junge Menschen, um sie für ihre eigene Gesundheit zu
interessieren und sie zu motivieren, ihren Impfstatus aufzufrischen." Die
BZgA hat für Jugendliche selbst und für Fachkräfte Informationsmaterialien rund
um das Thema J1 entwickelt, und bietet außerdem ein breites Informationsangebot
für Eltern zum Thema Schutzimpfungen.
Häufig
sind Impflücken die Folge von Nachlässigkeit. Im aktuellen Epidemiologischen
Bulletin 16/2008 wird über ein Pilotprojekt des Gesundheitsamtes Pfaffenhofen
zur Impferinnerung berichtet. Mit diesem„Recall-System" ist es
gelungen, die Impfqoten deutlich zu erhöhen. In manchen Fällen werden Impfungen
aber auch bewußt abgelehnt. Die häufigsten Fragen zu Schutzimpfungen und die
wissenschaftlich fundierten, allgemeinverständlichen Antworten finden sich auf
den Internetseiten des Robert Koch-Instituts und Paul-Ehrlich-Instituts.
Die
Europäische Impfwoche ist eine Initiative des Regionalbüro Europa der
Weltgesundheitsorganisation. Immer mehr Staaten der WHO-Region Europa haben
sich in den vergangenen Jahren daran beteiligt, um zum Beispiel mit Broschüren,
Workshops oder Presseaktivitäten das Bewusstsein fürs Impfen zu schärfen und
Impfquoten zu erhöhen. In Deutschland sind Impfungen Pflichtleistung der
Gesetzlichen Krankenkassen. Bei einer Impfung wird keine Praxisgebühr fällig.
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