| Freitag, 10. Oktober 2008 |
Gesundheit
190 zertifizierte Stroke Units in Deutschland 190 Kliniken in Deutschland verfügen mittlerweile über eine Schlaganfall-Spezialstation, eine sogenannte Stroke Unit. Schlaganfall-Spezialstationen ermöglichen eine optimale Therapie für Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben. Denn Qualität und Zeitpunkt der Erstbehandlung eines Schlaganfalls sind entscheidend für das weitere Schicksal eines Betroffenen. "Eine Stroke Unit besteht aus mindestens vier Monitor-überwachten Betten.
Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft bietet ab sofort unter www.dsg-info.de eine Übersicht der deutschen Stroke Units an.
Ferner werden die Patienten rund um die Uhr von einem speziell qualifiziertem Arzt, in der Regel einem Neurologen, betreut", berichtet Professor Dr. med. Martin Grond, Vorstand der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt am Kreiskrankenhaus Siegen: "Zum Team gehören außerdem Pflegekräfte, die besondere Erfahrung mit Schlaganfallpatienten haben, aber auch Ergotherapeuten, Logopäden, Schlucktherapeuten und Sozialarbeiter. Außerdem muss eine Klinik mit einer Stroke Unit für schwerstbetroffene Schlaganfallpatienten und zur Beherrschung lebensbedrohlicher Komplikationen über eine Intensivstation verfügen. Eine entsprechend umfangreiche technische Ausstattung gehört auch dazu. Eine wichtige Voraussetzung für eine Zertifizierung durch die Schlaganfall-Gesellschaft ist deshalb, dass die Klinik über ein Computertomografiegerät verfügt, welches rund um die Uhr einsatzbereit ist.
Für die größeren überregionalen Zentren fordert sie sogar ein Kernspintomografiegerät und ein neuroradiologisches Katheterlabor. Diese technische Ausstattung ist erforderlich, um bei einem Schlaganfallpatienten alle heute möglichen und notwendigen Therapieverfahren anwenden zu können. Seit Einführung der Stroke Units hat die Letalität der Patienten nach einem Schlaganfall stark abgenommen und auch die Rate an schweren Behinderungen wurde um 20 bis 30 Prozent reduziert. Dass es mehr als 190 Stroke Units gibt, ist laut Grond ein wichtiger Meilenstein. Es gebe aber immer noch zu wenige Zentren. Vor allem in Flächenstaaten in den neuen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern seien die Wege noch zu lang. Im Grunde genommen, so Grond, müsste es etwa genauso viele Stroke Units wie Herzkatheterlabore geben. Denn Schlaganfälle seien mittlerweile sogar häufiger als Herzinfarkte.
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