| Freitag, 10. Oktober 2008 |
Gesundheitspolitik
Abrechnungsmanipulation im Gesundheitswesen - neues Meldesystem zur Bekämpfung von Betrug
Mit
einem neuen Meldesystem können jetzt über das Internet anonyme Hinweise
zu Abrechnungsbetrug und Korruption auf Seiten medizinischer und
sonstiger Leistungserbringer wie Ärzten, Kliniken, Physiotherapeuten
oder Apotheken weitergegeben werden. Die Kaufmännische Krankenkasse
(KKH) setzt dazu das so genannte „Business Keeper Monitoring System“
(BKMS) ein, das sich bereits auf internationaler Ebene in Wirtschaft
und Behörden bewährt hat.
Eine zertifizierte Verschlüsselungstechnologie garantiert dem Hinweisgeber absolute Anonymität und soll die Hemmschwelle senken, der KKH einen Betrugsverdacht zu melden.
„Die Basis des Systems ist ein elektronisches Postkastensystem, über das Ermittler gezielte Fragen an den Hinweisgeber stellen können. Auf diese Weise können wir ganz schnell klären, ob wirklich etwas an der Sache dran ist“, erläutert die Leiterin der KKH-Taskforce Dina Michels. „Schlichtem Denunziantentum kann so wirksam vorgebeugt werden. Das ist möglich, weil wir mit den Hinweisgebern in einen anonymisierten Dialog treten können. Dies ist bei einem anonymen Brief, der per Post kommt, nicht möglich. Neben der Gewinnung fundierter und werthaltiger Erkenntnisse ist daher das rechtzeitige Aufdecken und Vermeiden falscher Verdächtigungen ein wichtiges Ziel.“ Ebenso wichtig ist die präventive Wirkung („Schutzmanneffekt“) eines solchen Hinweisgebersystems. Je größer nämlich die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Delikt aufgedeckt wird, desto stärker ist die Hemmschwelle für Missbrauch.
Es ist aber auch möglich, namentliche Meldungen über das System abzugeben. Das BKMS-System steht Hinweisgebern unter „www.kkh.de/betrugsmeldung“ zur Verfügung. „Wir nehmen jeden Verdachtshinweis entgegen, der auf rechtswidrige oder zweckwidrige Nutzung von Versichertengeldern hindeutet“, erklärt Michels. „Dabei sind wir uns bewusst, dass der Großteil der Leistungserbringer völlig korrekt abrechnet. Umso wichtiger ist es für uns und alle ehrlichen Dienstleister, den schwarzen Schafen konsequent auf die Spur zu kommen“, so Michels weiter.
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Telefonisch stehen die KKH-Ermittler für Hinweise unter Tel 0511/2802-1177 zur Verfügung (Mo. bis Do. von 8 bis 18 Uhr, Fr. von 8 bis 15 Uhr). Wer keinen Wert auf Anonymität legt, kann auch eine E-Mail an „betrugsverdacht@kkh.de“ senden.
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