Freitag, 21. November 2008
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Krankenkassen erwirtschaften 1,07 Mrd. Euro Defizit im ersten Quartal 2008

04.06.2008 Quelle: BMG   

Foto: photocase.comAuf Basis der vorläufigen Finanzergebnisse der Monate Januar bis März 2008 erzielten die gesetzlichen Krankenkassen bei Einnahmen von rund 37,94 Mrd. Euro und Ausgaben von 39,01 Mrd. Euro ein jahreszeitlich durchaus übliches Defizit von 1,07 Mrd. Euro. Im vergangenen Jahr verbuchten die Krankenkassen im 1. Quartal ein Defizit von rund 0,7 Mrd. Euro, schlossen das Gesamtjahr gleichwohl mit einem Einnahmenüberschuss von 1,73 Mrd. Euro ab. Vor diesem Hintergrund sind auch für 2008 die Voraussetzungen dafür gegeben, dass die GKV nach Überschüssen in den letzten vier Jahren zumindest wieder ein annähernd ausgeglichenes Finanzergebnis erzielen kann.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Monate Januar bis März - wie jedes Jahr - keine Beiträge aus Einmalzahlungen enthalten. Außerdem ist der Bundes-zuschuss von 2,5 Mrd. Euro, der den Krankenkassen seit seiner Einführung in 2004 in zwei Tranchen, in diesem Jahr somit zu jeweils 1,25 Mrd. Euro zum 1. Mai und 1. November zufließt, in den Finanzdaten des 1. Quartals noch nicht enthalten. Während sich bei den deutlich steigenden Beitragseinnahmen die positive Einkommensentwicklung bei den Arbeitnehmern widerspiegelt, bieten einzelne Ausgabenbereiche – inbesondere bei den Arzneimitteln – Anlass zur Sorge. Hier sind alle Akteure, von den Kassen bis zu den Ärzten, gefordert, ihre Verantwortung für wirtschaftliche Verordnungen stärker als bisher wahrzunehmen.

Die differenzierten Finanzergebnisse der einzelnen Kassenarten mit insgesamt nur geringen Ausgabenüberhängen bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen zeigen, dass die Finanzentwicklung dort günstiger verläuft, wo die Entschuldung der Krankenkassen noch bis Ende 2008 abzuschließen ist. Der weit überwiegende Teil der Krankenkassen verfügte bereits Ende 2007 wieder über positive Finanzreserven. Insofern besteht die berechtigte Erwartung, dass pünktlich zum Start des Gesundheitsfonds zur Jahreswende 2008/2009 alle Krankenkassen entschuldet sein können.

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Positive Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung führt zu steigendem Einnahmen

Das Beitragsaufkommen der Krankenkassen ist im 1. Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahr je Mitglied um 3,4 Prozent gestiegen. Bei den beitragspflichtigen Einnahmen (Grundlöhne der Krankenkassen), die dem Beitragsaufkommen zugrunde liegen, gab es mit einem Zuwachs von 2,2 v.H. den stärksten Anstieg seit Mitte der 90er Jahre.

 

Differenzierte Entwicklungen auf der Ausgabenseite

Die Leistungsausgaben sind im 1. Quartal 2008 mit 4,3 Prozent je Mitglied gestiegen. Dabei ist die Entwicklung der Ausgaben in den einzelnen Leistungs-bereichen sehr unterschiedlich verlaufen.

 

Veränderungsraten 1. Quartal 2008 zu 1. Quartal 2007 je Mitglied (M),
je Versichertem (V) und in v.H. bei den absoluten Ausgaben :

BUND insgesamt
je Mitglied je Versichertem absolut
Ärztliche Behandlung 3,89 4,70 4,57
Zahnärzte ohne Zahnersatz 1,10 1,91 1,77
Zahnersatz 0,22 1,02 0,85
Arzneimittel 5,23 6,05 5,93
Hilfsmittel 4,98 5,79 5,67
Heilmittel 3,54 4,34 4,21
Krankenhausbehandlung 2,85 3,65 3,52
Krankengeld 7,06 7,88 7,77
Fahrkosten 8,06 8,81 8,74
Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen 1,61 2,36 2,31
Soziale Dienste / Prävention 48,64 49,90 49,56
Früherkennungsmaßnahmen 7,65 8,78 8,51
Schwangerschaft / Mutterschaft ohne stationäre Entbindung 10,56 11,41 11,22
Häusliche Krankenpflege 13,06 13,85 13,78
Ausgaben für Leistungen
insgesamt
4,31 5,12 5,00
Verwaltungskosten 0,38 1,16 1,03



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