| Freitag, 21. November 2008 |
Gesundheitspolitik
Verschlechterung der medizinischen Versorgung für Patienten vor allem auf dem Land
Mit einer weiteren Verschlechterung der medizinischen Versorgung für Patienten vor allem auf dem Land rechnet der Landesverband Ambulantes Operieren Land Hessen e.V. (LAOH). Ursache hierfür seien immer neue Medizinische Versorgungszentren von Krankenhäusern (MVZ), die niedergelassenen Ärzten das Leben schwer machten. In diesem Zusammenhang widerspricht der LAOH-Vorsitzende Dr. Thomas Wiederspahn-Wilz der KV-Hessen, wonach die Wettbewerbsverzerrung zwischen MVZ und niedergelassenen Ärzten durch eine neue Kontrollregelung beendet sei. Davon könne keine Rede sein, so Wiederspahn-Wilz.
Die KV Hessen hatte die Wettbewerbsverzerrung im Zusammenhang mit der Einführung einer sogenannten „Richtgrößenprüfung“ für beendet erklärt. Bei der neuen „Richtgrößenprüfung“ handelt es sich um eine Wirtschaftlichkeitsprüfung im Rahmen des Arznei- und Heilmitteleinsatzes, der bisher nur niedergelassene Ärzte unterzogen wurden. Jetzt werden auch MVZ geprüft. In diesem Zusammenhang erklärte die KV Hessen, damit werde eine Ungleichbehandlung zwischen niedergelassenen Ärzten und MVZ beendet. In Bezug auf die Finanzierung von MVZ hingegen seien niedergelassene Ärzte gegenüber Kliniken allerdings nach wie vor im Nachteil, weil die Kliniken „durch öffentliche Mittel und Steuergelder direkt profitieren“.
„Wir sind höchst erstaunt, dass die KV Hessen einräumt, dass Klinik-MVZ
durch Steuergelder profitierten, wundern uns aber, dass die KV Hessen
aus dieser Erkenntnis bei der Genehmigung neuer Klinik-MVZ keine
Konsequenzen zieht“, so der LAOH-Vorsitzende. Bestes Beispiel hierfür
sei der Kampf des LAOH gegen das - nicht durch Einwirken der KV Hessen
- sondern auf Betreiben des LAOH letztlich vor dem Sozialgericht
gescheiterte MVZ des Landkreises Darmstadt-Dieburg in Reinheim vorigen
Herbst gewesen, bei dem sich der LAOH mehr Rückendeckung durch die KV
Hessen versprochen hätte.
Der LAOH rechnet damit, dass durch die wachsende Zahl von
„subventionierten“ Klinik-MVZ künftig noch mehr niedergelassene Ärzte
auf dem Land ihre Praxen aufgeben, die dann häufig von einem MVZ
übernommen werden. „Der Leidtragende ist am Ende der Patient, der immer
weitere Wege zu seinem Facharzt in der Stadt auf sich nehmen muss. Hier
ist die Politik gefordert, wieder fairen Wettbewerb herzustellen“, so
der LAOH-Vorsitzende Wiederspahn-Wilz.
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