| Freitag, 21. November 2008 |
Gesundheitspolitik
245 Milliarden Euro im Jahr 2006 für Gesundheitausgegeben Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, beliefen sich die Ausgaben für Gesundheit im Jahr 2006 auf insgesamt 245,0 Milliarden Euro. Dies war ein Anstieg um 5,7 Milliarden Euro oder 2,4% gegenüber dem Vorjahr. Damit entsprachen die Ausgaben 10,6% des Bruttoinlandsproduktes oder gut 2 970 Euro je Einwohner (2005: 2 900 Euro).
Größter Ausgabenträger im Gesundheitswesen war die gesetzliche Krankenversicherung. Ihre Ausgaben erreichten im Jahr 2006 139,8 Milliarden Euro und lagen somit um 3,9 Milliarden Euro oder 2,9% über denen des Vorjahres. Damit ist 2006 der von der gesetzlichen Krankenversicherung getragene Ausgabenanteil (57,0%) wie schon 2005 (56,8%) wieder leicht gestiegen, nachdem er in den Jahren 1992 (62,7%) bis 2004 (56,3%) überwiegend rückläufig war.
Die privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne
Erwerbszweck zahlten mit 33,3 Milliarden Euro rund
1,1 Milliarden Euro oder 3,4% mehr als im Jahr 2005. Ihr
Ausgabenanteil (2006: 13,6%) blieb gegenüber den beiden Vorjahren nahezu
unverändert. In den Jahren 1992 (10,3%) bis 2004 (13,6%) war er dagegen
deutlich gestiegen. 22,5 Milliarden Euro oder 9,2% der Gesundheitsausgaben entfielen
im Jahr 2006 auf die private Krankenversicherung. Auch ihr Anteil hat im
Vergleich zum Jahr 1992 (7,4%) zugenommen.
Einrichtungen der ambulanten Gesundheitsversorgung spielen in Deutschland
traditionell eine bedeutende Rolle. Auf diese Einrichtungen entfiel im Jahre
2006 fast die Hälfte der gesamten Ausgaben (118,6 Milliarden Euro
oder 48,4%). Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,8%. Vom Ausgabenvolumen
her betrachtet waren Arztpraxen (36,4 Milliarden Euro), Apotheken
(34,7 Milliarden Euro) und Zahnarztpraxen
(15,8 Milliarden Euro) die bedeutsamsten ambulanten Einrichtungen.
Im (teil-)stationären Sektor wurden mit 90,1 Milliarden Euro 2,9%
mehr aufgewendet als im Jahr 2005. Diese Summe entsprach einem Anteil von 36,8%
an den gesamten Ausgaben. Zu den (teil-)stationären Einrichtungen gehören
Krankenhäuser (63,9 Milliarden Euro), die Einrichtungen der
(teil-)stationären Pflege (18,8 Milliarden Euro) sowie die Vorsorge-
und Rehabilitationseinrichtungen, auf die 7,4 Milliarden Euro
entfielen.
Über die Hälfte der Ausgaben entfiel auf ärztliche Leistungen und Waren (das
sind Arzneimittel inklusive Verbandmittel, Hilfsmittel, sonstiger medizinischer
Bedarf sowie Material- und Laborkosten bei der Versorgung mit Zahnersatz). Für
beide Leistungsarten wurden jeweils knapp 27% der Gesamtausgaben aufgewendet.
Die Ausgaben für ärztliche Leistungen stiegen dabei um 3,2% im Vergleich zum
Jahr 2005, die Ausgaben für Waren um 2,0%.
Vom Ausgabenvolumen her betrachtet waren Arzneimittel
(39,6 Milliarden Euro) und Hilfsmittel
(10,9 Milliarden Euro) die bedeutsamsten Komponenten in diesem
Leistungssegment. Überdurchschnittliche Ausgabenanstiege (+ 4,4%) gab es
im Leistungsbereich Prävention und Gesundheitsschutz, für den im Jahr
2006 9,3 Milliarden Euro aufgewendet wurden. Ursächlich hierfür
ist unter anderem die Zunahme der Ausgaben für Früherkennungsmaßnahmen (zum
Beispiel von Krebserkrankungen) und Präventionsleistungen, die von der
gesetzlichen Krankenversicherung getragen werden.
Die hier vorgestellten Ergebnisse folgen dem Konzept des "System of Health
Accounts", welches von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (OECD), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem
Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) zum Zweck der
internationalen Vergleichbarkeit von Gesundheitsausgaben empfohlen wird.
Gemäß den dort enthaltenen Definitionen umfassen die Gesundheitsausgaben sämtliche Güter und Leistungen mit dem Ziel der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege, die Kosten der Verwaltung sowie Investitionen der Einrichtungen des Gesundheitswesens.
Aufwendungen für Forschung und Ausbildung im Gesundheitswesen, sowie Ausgaben für krankheitsbedingte Folgen (zum Beispiel Leistungen zur Eingliederungshilfe) und Einkommensleistungen, wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall werden nachrichtlich nachgewiesen.
Begründet durch diese Abgrenzung weichen die Gesundheitsausgaben in der Gesundheitsausgabenrechnung von den Ausgaben der einzelnen Sozialversicherungsträger, insbesondere der gesetzlichen Krankenversicherung, ab.
Diesen Beitrag diskutieren... (0 Beiträge)
![]() | Die Goji-Beere - ein erstaunliches Natur-Phänomen von Hartmut Schulz |
![]() | Teilhabe am Erwerbsleben zentrale Herausforderung für älter werdende Gesellschaf... von kitzi |
![]() | Die Goji-Beere - ein erstaunliches Natur-Phänomen von Claudia Mende |
![]() | Die Goji-Beere - ein erstaunliches Natur-Phänomen von Hartmut Schulz |
![]() | Die Goji-Beere - ein erstaunliches Natur-Phänomen von Peter Delmenhorst |
| Versorgungsmanagement - Pharmaindustrie und Kassen sind zu gemeinsamem Handeln aufgefordert | Pflege: Neues Verfahren zur Entwicklung von Expertenstandards | Kritik: Gemeinsame Anhörung von Liberalen und Grünen zum Gesundheitsfonds | Deutsche Krankenhausgesellschaft: Fonds stoppen + Kliniken lassen sich nicht abspeisen | 2007: Krankheiten des Herz--/Kreislaufsystems weiterhin häufigste Todesursache | Aufruf zum Kassenwechsel voreilig Wirkungsweise des Fonds noch unklar |