| Freitag, 21. November 2008 |
Management
Wegweiser durch Wirkstoffe: Medikation per Computer
Neue Software
erleichtert Medikamentenumstellung im Krankenhaus / Team des
Universitätsklinikums Heidelberg mit Innovationspreis 2008 der Sanofi-Aventis
GmbH für Klinische Pharmazie ausgezeichnet
Wird ein Patient ins Krankenhaus aufgenommen, stehen häufig nicht
dieselben Medikamente zur Verfügung, die er bisher eingenommen hat. Doch welche
Medikamente kommen als Ersatz in Frage? Was ist bei der Umstellung zu beachten?
Ein wirksames Instrument, Fehler bei der Medikationsumstellung zu vermeiden, hat ein Team aus der Apotheke des Universitätsklinikums und der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg entwickelt und dafür am 30. Mai 2008 den Innovationspreis der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH für Klinische Pharmazie erhalten.
Diese „Kooperationseinheit Klinische Pharmazie“ aus Apotheke und klinischen Pharmakologen hat es ermöglicht, dass die Arzneimitteltherapie an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung optimiert werden kann. Das neue Programm ist in das mehrfach ausgezeichnete Arzneimittel-Informationssystem AiDKlinik integriert.
Der Innovationspreis, der bei der Jahrestagung des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) am 30. Mai 2008 in Lübeck zum sechsten Mal vergeben wurde, ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung unterstützt Projekte für eine verbesserte, patientenorientierte Arzneimittelversorgung und geht 2008 zu gleichen Teilen an Arbeitsgruppen des Universitätsklinikums Heidelberg und des Klinikums Neuruppin.
Begrenzte Auswahl an Medikamenten macht Umstellung zeitaufwändig und fehleranfällig
„Eine Klinikapotheke kann nicht alle Präparate lagern, die der deutsche Arzneimittelmarkt bietet – das sind immerhin rund 62.000 Medikamente mit teils gleicher oder ähnlicher Wirkung“, erklärt Dr. Torsten Hoppe-Tichy, Leiter der Apotheke des Universitätsklinikums Heidelberg. So führt die klinikinterne Hausliste nur rund 2.700 Präparate. „Es ist daher häufig notwendig, Patienten auf andere Medikamente umzustellen, wenn sie in die Klinik überwiesen werden“, so der Chefapotheker. „Das kann ein zeitaufwändiger und fehleranfälliger Prozess sein.“
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