| Donnerstag, 20. November 2008 |
Gesundheitspolitik
Bessere Qualität bei weiblichen Medizinern
Eine neue Studie belegt, dass die Qualität der Behandlung bei Diabetes-Patienten maßgeblich vom Geschlecht der Ärzte abhängt. Diabetes-Patienten werden von weiblichen Medizinern wesentlich besser versorgt als von männlichen. 01.06.2008
Ob Blutzucker, Blutfette oder Blutdruck – für die Behandlung der Volkskrankheit Diabetes gibt es Leitlinien, an denen sich Ärzte und Patienten orientieren sollen. Allerdings zeigt sich, dass diese Leitlinien von Ärztinnen konsequenter umgesetzt werden als von ihren männlichen Berufskollegen.
Eine aktuelle Studie an der Medizinischen Klinik II der Universität Köln an
mehr als 50.000 Patientinnen und Patienten belegt dies: Es macht einen
deutlichen Unterschied, ob die Diabetes-Patienten von einer Ärztin oder einem
Arzt behandelt werden.
"Dass das Patientengeschlecht eine Rolle bei der Versorgungsqualität
spielen kann, war in der Medizin bereits bekannt - wobei Frauen häufig
schlechter behandelt werden", sagte die Kölner Internistin und Oberärztin
der Medizinischen Klinik II, Ioanna Goubni-Berthold. "Wir waren aber
überrascht, dass auch das Geschlecht der Ärzte einen Einfluss hat."
Die Patienten von Ärztinnen, gleichgültig ob Männer oder Frauen, erreichen bei
den Risikofaktoren Bluthochdruck und Cholesterin im Durchschnitt bessere Werte.
Zudem erhalten sie häufiger Diabetikerschulungen und kommen mit weniger
Medikamenten aus. Auch Selbstmessungen des Blutzuckers werden bei den Patienten
von Ärztinnen seltener durchgeführt und dennoch ist ihr Blutzucker besser
eingestellt.
Über die Gründe der besseren medizinischen Versorgung können die Autoren der
Studie bisher nur spekulieren: Die Unterschiede liegen möglicherweise darin,
dass die Behandlung von Diabetikern eine kooperative ärztliche Betreuung
erfordert. Besondere Kenntnisse in der Gesprächsführung und Motivationstechnik
sind wichtig, damit die Patienten in einem partnerschaftlichen
Arzt-Patienten-Verhältnis eine aktive Rolle bei der Behandlung ihrer
Zuckerkrankheit erreichen.
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