| Dienstag, 07. Oktober 2008 |
Management
Viele kleine Betriebe in der Gesundheitswirtschaft durch schärfer werdenden Wettbewerb bedroht „Zigtausende von Kleinstbetrieben in der Gesundheitswirtschaft sind in den kommenden Jahren bei zunehmendem Wettbewerb in ihrer Existenz bedroht, wenn sie ihre Geschäftsmodelle nicht umgehend auf die neuen Herausforderungen umstellen“, warnt Prof. Heinz Lohmann, Gesundheitsunternehmer und Vorsitzender der INITIATIVE GESUNDHEITSWIRTSCHAFT.
In den kommenden Jahren, so Lohmann, werde die Gesundheitswirtschaft zwar immer mehr zum Konjunktur- und Jobmotor unserer Volkswirtschaft, aber die Unternehmen müssten sich massiv anpassen. Dazu seien viele Kleinbetriebe nicht aus eigener Kraft in der Lage. Sie seien auf professionelle Unterstützung angewiesen. Lohmann fordert deshalb das Bundeswirtschaftsministerium auf, ein Sofortprogramm mit Anpassungshilfen aufzulegen.
„Die Umstellung der Gesundheitsunternehmen auf das Wettbewerbssystem erfordert einen erheblichen strategischen Managementaufwand, den nur große Betriebe eigenständig bewerkstelligen können. Kleine und mittlere Unternehmen stoßen da schnell an ihre Grenzen. Sie sind künftig massiv wirtschaftlichen bedroht, teilweise ohne es schon zu ahnen“, betont Prof. Lohmann. Deshalb sei das beginnende Engagement der Industrie- und Handelskammern sowie auch der Handwerkskammern zum Thema Gesundheitswirtschaft sehr zu begrüßen. Hier gelte es anzuknüpfen, um die vielen Einzelunternehmer und Kleinbetriebe zu beraten und einen notwendigen Umstellungsprozess zu begleiten. Auch die Innungen gilt es zu ermutigen, sich aktiv dem Wandel zu stellen. „Blockaden bringen gar nichts“, betont Heinz Lohmann und weist auf die schmerzlichen Erfahrungen hin, die derzeit gerade die Apotheker machen müssten. „Versandapotheken und Apothekenketten waren nicht zu verhindern. Augenoptiker und Zahntechniker machen die gleichen Erfahrrungen. Orthopädietechniker und –schumacher werden die nächsten sein“, prognostiziert Prof. Lohmann und fordert deshalb: „Wenn diese Anbieter in Deutschland nicht weitgehend vom Markt verschwinden sollen, muss jetzt tatkräftig gehandelt werden. Nur mit intelligenten Integrationsmodellen ist ein wirtschaftliches Überleben möglich. Deshalb ist jetzt ein Sofortprogramm der Bundesregierung dringend erforderlich.“
Prof. Lohmann weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass derzeit noch nicht einmal exakte Gesamtzahlen zu den kleinen und mittleren Betrieben der Gesundheitswirtschaft vorlägen. Allerdings gäbe es allein über 11.000 Klein- und Mittelbetriebe im Bereich der Medizinproduktion, in denen zusammen rund 170.000 Menschen arbeiteten. Hinzu kämen fast 30.0000 Beschäftigte im Einzelhandel für medizinische und orthopädische Güter und mehr als 7.000 Gesundheitstechniker. Außerdem weise die Statistik des Deutschen Handwerkskammertages aktuell über 10.0000 Augenoptiker, genau so viele Zahntechniker, 2.500 Orthopädieschumacher, fast 1.900 Orthopädietechniker und über 1.700 Hörgeräteakustiker aus.
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